Xenoblade Chronicles 3 im Test

Einer der Anwärter auf das GOTY 2022 ist wohl das heiß erwartete Xenoblade Chronicles 3. Nicht nur, dass Nintendo diesen Titel überraschend angekündigt hat, nein der Release wurde auch noch um fast 2 Monate vorverlegt, nachdem der Titel eher fertig war als geplant. Und was ist nun daraus geworden? 

Eine wahre RPG Monstrosität, in welche man eine aberwitzige Anzahl an Spielzeit versenken kann. Das kommt auch nicht von ungefähr, denn mit den beiden Vorgängern der Reihe haben die Entwickler bereits wahre RPG Schlachtschiffe abgeliefert, welche an manchen Stellen allerdings durchaus noch Raum für Verbesserungen gehabt hätten. Während bei Teil 1 das Kampfsystem nicht ganz rund lief, war es bei Teil 2 eher der Fanservice, sowie das Charakterdesign welches Kritiker aufstießen ließ. 

Teil 3 setzt nun vermehrt auf die gemeinsamen Stärken und möchte mit einem besseren Charakterdesign überzeugen. Zumindest wirkt der Protagonist aus Teil 3, Noah, etwas reifer als Rex aus Teil 2 und darf im Gegensatz zu Shulk aus dem ersten Teil doch ab und an Empathie an den Tag legen. 

Dabei wurde Noah eigentlich als knallharter Soldat geboren, um gegen die Armee von Agnus in den Krieg zu ziehen. Überlebt er dies zehn Jahre lang, darf er in einer Zeremonie seine verbleibende Lebenskraft dem Kreislauf spenden und sich selber in Licht auflösen. Wenn ihr mich fragt kein wirklich erstrebenswertes Ende.

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Allerdings ist Noah kein gewöhnlicher Soldat, er ist ein sogenannter Wegweiser. Sein Job ist es, auf dem Schlachtfeld gefallen Soldaten den Weg zu weisen. Dafür hat Noah seine Querflöte. Nach der Schlacht trällert er auf dieser ein Liedchen und die Körper der Gefallenen lösen sich in Lichtpartikel auf um ganz König der Löwen-Style im ewigen Kreis ihre Energie zur Verfügung zu stellen. 

Für diese Aufgabe hat unser junger Held auch ein Team am Start, welches uns tatkräftig unterstützt. Lanz fungiert mit seinem dicken Zweihänder als Tank, Eunie teilt mit der Knarre aus der Ferne aus, oder heilt je nach Bedarf. Im Kampf greifen unsere Charaktere automatisch an, zumindest was Standardangriffe angeht. Soll es dann doch einmal ordentlich scheppern, müssen wir als Spieler eingreifen. Ein wichtiger Faktor in den Kämpfen ist die Position der Charaktere, sowie das richtige Timing für Spezialangriffe. Beides korrekt eingesetzt führt zu hohen Schadenszahlen und natürlich auch am Ende zum Sieg. 

Als Gameplaykniff gibt es noch die neue Fusion. Bei dieser verschmelzen zwei Charaktere miteinander um zu gigantischen Bio-Mechs transformiert zu werden. Ziemlich abgefahren aber es darf ja in JRPGs gerne mal etwas übertrieben werden.

Im weiteren Spielverlauf findet unsere lustige Truppe übrigens noch weitere Anhänger und zwar direkt aus dem gegnerischen Lager. Dort haben auch nicht unbedingt alle Bock auf den ewigen Konflikt und würden gerne aus dem Konstrukt ausbrechen. Zu sechst geht es also weiter auf der Suche nach Freiheit. 

Zu diesem Zweck möchte unsere Truppe in eine freie Stadt reisen und den Kreislauf durchbrechen. Während dieser Reise, welche gut 70 Spielstunden verschlingt, erfahren wir nicht nur allerhand über unsere Charaktere, sondern können auch ein Füllhorn an Nebenmissionen erledigen. Oftmals bestehen diese darin, Soldaten zu befreien. Dies gelingt, indem wir die sogenannten Flammenuhren zerstören. Diese Dinger sind der Energiespeicher für gefallene Kämpfer. Da ist es auch egal, welcher Seite die Soldaten angehören, solange deren Flammenuhr steht wird gekämpft. Haben wir allerdings ein Lager befreit, können wir den Kommandanten als siebentes Partymitglied anheuern und so weitere Klassen freischalten. Der Kommandant kämpft selber nicht mit, hat allerdings unterstützende Fertigkeiten eben was die Vielfalt der Klassen angeht.

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Das größte Problem bei solch großen Titeln ist wohl wirklich die Länge. Wir können gut über 100 Stunden in das Spiel versenken. Einige Zwischensequenzen dauern alleine eine Stunde. Da stellt sich die Frage, möchte man dann überhaupt noch viel Zeit in Nebenquests verlieren? Eindeutig ja, denn wie in jedem RPG gehört diese auch in Xenoblade Chronicles 3 dazu und verleihen so der Welt Tiefe. 

Nehmen wir als Beispiel das allseits beliebte Skyrim. Ich habe keine Ahnung von der Hauptstory, abgesehen davon, dass wir Drachen meucheln sollen, aber das Erkunden der Dungeons mit ihren eigenen kleinen Geschichten war immer Gold wert und blieb lange im Gedächtnis, während man die Hauptstory halt einfach völlig aus den Augen verloren hat.

Nun gut ob das jetzt in Xenoblade 3 genauso der Fall ist würde ich nicht unbedingt behaupten, allerdings sind einige der Charaktere einfach viel zu sympathisch als das man diese links liegen lassen möchte. 

Kommen wir zu guter Letzt noch zur Technik, denn in Xenoblade 3 zeigt die Nintendo Switch was in ihr steckt. Die glaubhaft gestaltete Umgebung, mit den Details ist ein wahrer Augenschmaus und das nicht nur auf der Switch OLED. Klar auf dem TV sieht das Spiel noch einmal deutlich besser aus, allerdings bin ich ja mehr der Handheldspieler und habe daher die meiste Zeit von Xenoblade auch so gespielt.

Vom Effektfeuerwerk bei Kämpfen bis zu den Weiten der Spielwelt, optisch lässt Xenoblade 3 keine Wünsche offen, vorausgesetzt man kann etwas mit dem Grafikstil anfangen, aber wäre dies nicht der Fall, hätte man schon bei den ersten Screenshots zum Spiel aus gemacht.

Mochten wir:

  • ernsthaftes Setting
  • gut ausgearbeitete Charaktere
  • brechend voll mit Nebenaufgaben
  • Bosskämpfe sind ein wahres Effektfeuerwerk

Mochten wir nicht:

  • Questdesign nicht sehr abwechslungsreich
  • in der Masse wird das Spiel schnell unübersichtlich
  • teilweise arg lange Cutszenes

Gut ich bin jetzt nicht der große JRPG Fan hier in unserem Team, allerdings hat mich die Definitive Edition von Xenoblade so dermaßen begeistert, dass ich mir irgendwo mal gebraucht ein Xenoblade Chronicles 2 gekauft habe (irgendwie gibt es das kaum noch) und mich nun diebisch auf Teil 3 gefreut habe. Und wurde ich enttäuscht? Ganz und gar nicht! Die Geschichte um den jungen Noah und seine Truppe fesselt dermaßen auf den Bildschirm, dass die Zeit im Nu vorüber fliegt. Das ist vielleicht auch mein einziger Kritikpunkt, an manchen Abenden kam ich aufgrund der langen Sequenzen gar nicht wirklich zum spielen aber wen das nicht stört wird mit Xenoblade 3 definitiv viel Spaß haben.

Wertung

8,5/10

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