Warhammer 40k Gladius – Relics of War im Test

4X Spiele sind uns ja schon bekannt, aber Warhammer 40k wagt sich damit auf Neuland!

Civ mal anders!

Globalstrategiespiele wie Civilization sind uns schon seit Jahren bekannt und spielen sich sehr angenehm, was natürlich dazu führt, dass andere mit auf den Zug springen wollen. Stellaris zum Beispiel war eine hervorragende Erweiterung des Genres und so kam ich natürlich nicht umhin auch Warhammer 40k Gladius – Relic of war testen zu müssen. Mit dem Einstieg in die Total War Reihe hat Warhammer bewiesen, dass sie es verstehen mit einem vorhandenen Template umgehen zu können.

Das Setting gibt eine Menge her und hinzu kommt natürlich der Umfang, welcher sich über die Jahre angesammelt hat und somit ein riesiges Kontingent an Möglichkeiten bietet. Doch kann man all das auch in ein 4x Spiel integrieren, ohne dass es dabei den ursprünglichen Charme verliert? Nun, in Warhammer 40k ist das mit der Diplomatie so eine Sache, wir reden hier nicht von Fraktionen, die sich mal eben ein wenig unter die Arme greifen und im nächsten Moment ihre Meinung ändern.

Hier ist es so, dass einfach durchgängig Krieg herrscht und das ist ja auch das Tolle daran! Wir wollen Krieg und diesen steuern! Das mag zwar für sich funktionieren doch muss ich hier leider den Schwachpunkt des Spiels gleich aufzeigen. So gut und schön es sein mag, dass die Nekrons sich niemals mit der imperialen Armee verbünden würden, so könnten sich Necrons mit anderen Necrons durchaus in ein Zwecksbündnis eingehen. Leider gibt das Spiel aber nicht einmal so viel Diplomatie her, dass das eine Möglichkeit wäre, aber dazu werde ich später noch einmal kommen.

Wie funktionierts?

Grundsätzlich haben wir wie in Civilization erstmal eine Einheit zur Gründung einer Siedlung und 2 Bodentruppen, mit welchen wir unseren Start an der Stelle anfangen können, die uns gefällt. Hier gibt es für die Necrons zum Beispiel eigene Tombs auf denen dann unsere Hauptstadt errichtet werden kann. Im Basisbau gibt es schon massive Unterschiede, da zum Beispiel Imperiale auf eine riesige Basis setzen, wo die Necrons durchaus mehrere Siedlungen benötigen. Also mit unserer Siedlung in den Startlöchern können wir ja mal loslegen!

Was zunächst auf der Speisekarte steht sind hzndeähnliche Einheiten, welche man beim Start jedes Spiels um sich hat und dafür sorgen sollen, dass der Anfang, bei dem sich jeder aufbaut, auch trotzdem ein wenig ins Zeug legt. Was mir sofort als interessant aufgefallen ist, ist der Umgang mit den Aktionspunkten. Jede Einheit kann einmal bewegt werden und danach noch eine Aktion ausführen. Wenn man diesen Aktionspunkt allerdings nicht verwendet, sprich nicht schießt, aus welchem Grund auch immer, egal ob Gegner in der Nähe oder nicht, dann behält man den Punkt bis in die gegnerische Runde und wenn dieser dann in Reichweite läuft, schießen wir automatisch noch in seiner Runde auf ihn, am Ende der Bewegung.

Krieg!

Als ein Spiel welches Krieg im Mittelpunkt stehen hat, sind genau diese Eigenheiten für den Kampf das, was das Spiel sehr interessant macht. Der Fokus auf den Kampf statt dem übermäßigen Ausbau der Wirtschaft sorgen dafür, dass man sich durchaus noch wie im Warhammer 40k Universum fühlt, was ja nicht schlecht ist, aber leider geht das, wie man in der Diplomatie sieht, sehr zugunsten des Spielumfangs. Der Fokus kann ja ruhig bestehen bleiben, ich bin der letzte der sich beschweren würde, aber das heißt nicht, dass man nicht auf den Rest gänzlich zu verzichten hat. Wenn auch nur in kleinem Maße, kann es dafür sorgen deutlich mehr Replay-Value zu bringen und dazu noch mehr Zeit für einzelne Runden bringen.

Gesamteindruck

Wenn man dann über all diese Dinge mal hinweg sieht und sich nur auf die Grafik oder den Soundtrack konzentriert, findet man hier etwas wirklich tolles. Die Grafik ist nicht über alle Maße herausragend, aber gut und bringt den Punkt sehr gut rüber. Was aber absolut ausgezeichnet ist, ist der Soundtrack. Die Musik ist wie in den meisten Warhammer 40k Spielen einfach nur der Wahnsinn! Der Soundtrack kann aus einer “Wie skip ich den Müll?”-Szene eine Gänsehaut bringende Reise in diese Welt vollbringen und genau das hat man beim Erstellen des Spiels verstanden.

Die Musik passt durchwegs dazu und fühlt sich an keiner Stelle nach zu viel an oder störend. Natürlich ist das ein äußerst subjektives Thema, aber wenn man sich nicht daran stört mit Musik zu spielen und bisher in Titeln des Franchises damit zufrieden war, wird man hier definitiv nichts zu meckern haben. Das Pacing des Spiels dagegen könnte noch ein wenig Überarbeitung vertragen. Die Ressourcen sind leicht zu kriegen, man braucht nur 2 Forschungen um ins nächste Tier aufzusteigen und dadurch ergibt sich schnell ein etwas liebloses Metagame. Man versucht ans Ende zu kommen, statt vorher erst einmal alles auszuprobieren.

Was auch positiv anzumerken ist: Beim Download hat es mich nur 1 GB gekostet, wer also nur eine kleine SSD für sein Betriebssystem hat: Endlich gibt’s etwas, das da noch drauf passt!

Mochten wir:

  • Soundtrack
  • Grafik
  • Gute und neue Ideen

Mochten wir nicht:

  • Mangel an Diplomatie
  • Gesichtslose Gegner

So viel wie das Spiel richtig macht, so viel würde ich selbst auch als falsch betrachten. Es macht Spaß! So viel vorweg, egal wie viel mich da jetzt gestört hat, es hat immer noch Spaß gemacht, aber die Frage ist ja, wie man noch mehr heraus holen kann. Hier wäre eben die Diplomatie ein guter Ansatz. Zweckbündnisse mit gleichen Fraktionen oder die Möglichkeit mit einer anderen Fraktion ein gemeinsamen Feind festzulegen den man eliminiert und sowie das geschehen ist, kehrt man dazu zurück, sich gegenseitig ins Gemächt zu treten. An Ideen kann es hier kaum scheitern, lediglich an der Bereitschaft sich etwas zu überlegen.

Sehr positiv auch ist, das es schon einige Patches gab, das Studio ist also mehr als nur engagiert das Spiel zu bessern und das ist für mich als Spieler sehr wichtig. Das Review ist insofern mit Vorsicht zu genießen. Es ist der Einblick in das Spiel in einem sehr frühen Stadium, ich kann mir durchaus vorstellen, dass noch einiges geändert wird und das zum Besseren! Insofern gibt es von mir eine bedingte Kaufempfehlung. Fans der 4X Spiele können zugreifen, Warhammer Fans – wartet vielleicht noch ein wenig und seht es euch nach ein paar Patches nochmal an!

Danke fürs Lesen und viel Spaß beim Spielen!

Wertung:

7/10



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