Valkyria Chronicles 4 im Test

SEGA belebt eine Spielereihe wieder und versucht dem ganzen neues Leben einzuhauchen.

Valkyria Chronicles ist schwer zu beschreiben, was das Genre betrifft, aber wenn man es tun müsste, würde ich wohl sagen, dass man einfach alle Genres aufgeschrieben hätte und dann 5 Würfel geworfen hätte um herauszufinden, welche man nehmen soll. Ein ziemlicher Mix aus 3rd Person Shooter, Turn Based Strategy, RPG und semi-realtime Kämpfe. Also ein wirklich merkwürdiger Mix der sich aber wunderschön zusammenfügt und ein sehr tolles Gesamtbild abgibt.

Wie ein Taktik-Anime spielt man sich also durch das Spiel und wird hierbei mit einigem an Story konfrontiert über 30 Stunden ist selbst für Leute drin, die das Spiel für zu leicht befinden, aber die Story gibt echt einiges her. Mitten im 2. Weltkrieg angesiedelt kann es allerdings auch sehr melodramatisch werden. Im Grunde spielt man um das Imperiale Allianz aufzuhalten und somit wieder Frieden zu bringen.

Kampfsystem

Da es einige Ansätze zu turn based RPGs gibt, sollte man hier schon erwähnen, dass Valkyria wirklich etwas ganz einzigartiges geschafft hat. Man hat diverse Klassen zur Verfügung die von schnell bewegenden Aufklärern bis hin zu langsamen Panzerkillern. Genau das ist es, was das Spiel sehr taktisch macht. Man kann nicht einfach mit seinen Einheiten vorlaufen und mit einem Levelbonus draufhaun. Mann muss schon einen Lancer – also einen Panzerkiller nehmen oder selbst einen Panzer fahren um einen los zu werden.

Das macht auch den Schwierigkeitsgrad des Spiels aus. Man muss zwangsweise mehrere Züge im Voraus denken. Wenn man zu aggressiv spielt und dann einen Gegenangriff kommt, mit dem man nicht rechnet, kann man schon einmal verlieren. In den meisten Fällen verliert man, weil der Hauptcharakter stirbt, da das am schnellsten passieren kann. Verstärkung nachrücken zu lassen ist auf den riesigen Maps nämlich gar nicht so leicht.

Also gut wir haben unser Team nun ausgewogen, aber was wenn die Munition ausgeht? Dafür gibt es Ingenieure. Sie sind ein klein wenig langsamer als Scouts, haben dafür einen immensen wert, da sie euren Nachschub darstellen. Nehmt einen Grenadier her und nach den ersten Schüssen, die verheerend sein können, ist der Grenadier nichts besonderes mehr, da er nicht mehr schießen kann und genau das macht das Team erstellen hier so schön. Man muss einfach voraus denken.

Und sonst so?

Nebencharaktere werden stark in den Vordergrund gerückt, denn wo solche in anderen Spielen ein wenig Hintergrundgeschichte bekommen, bekommen sie hier eine richtige Geschichte, die einiges her gibt und einen auch wirklich dazu bringt, diese weniger als Nebencharaktere oder gar Expendables zu behandeln. Allerdings kommt genau hier auch ein kleines Problem, wie ich finde, denn die Stories sind nicht gut gebalanced mit den Kampfzeiten.

Wenn man eine Mission spielt, kann man sich darauf einstellen, dass man zwischen 15 und 60 Minuten daran sitzt, was von “nicht zu lang” bis zu “na komm schon!” reicht. Zwischen diesen Kämpfen kann es aber auch bis zu 20 Minuten Sequenzen kommen in denen man rein der Story folgt, was ein wenig viel ist am Stück. Es wäre insofern eventuell besser gewesen, manche Kämpfe von der Dauer ein wenig zu reduzieren und das selbe mit der Story zu tun, damit man öfter hin und her wechselt, was das ganze angenehmer gemacht hätte, aber das ist im Grunde nur eine Kleinigkeit.

Hinzu kommt, dass diese wunderbaren Nebencharaktere, die man lieben lernt, auch mal sterben können und dann sind sie…nun ja… weg! Permatod ist in diesem Spiel an der Tagesordnung und das sorgt dafür, dass man seine Lieblinge auch verlieren  kann. Es ist allerdings nicht so unverzeihlich wie Fire Emblem. Wenn ein Charakter stirbt, kriegen wir noch die Chance diesen wieder zu beleben. Das sorgt für einen starkes Gefühl der Dringlichkeit und kann durchaus die ganze Taktik über den Haufen werfen.

Hier kommt ein kleines Feature zu tragen, dass mich am meisten fasziniert hat. Es gibt Spezialmissionen, auf welche man natürlich seine Freunde mitnimmt. Ich hab eine starke Schwäche für gutes Voice Acting und genau das ist es, was man bei diesen Spezialmissionen erleben darf, denn wenn man sich sein Team aussucht, kriegt man Feedback von den Charakteren die man mitnimmt und das kann von stolzem Mut bis zur Todesangst gehen, was einem den Magen verknoten kann.

Oberfläche

Das erinnert mich daran, ich hab ja noch gar nicht über diese meinungsbasierenden Inhalte wie die Grafik oder die Musik geredet. Die Grafik ist in Ordnung. Sie ist fern von einem Spider-Man aber auch kein 8-bit Spiel. Wir sind also auf einem schönen Mittelgrund, der weder stört, noch besonders heraus sticht. Manche Maps wirken ein wenig einfach vom Design, aber das war auch wirklich schon das schlimmste an allem. Für den Rest ist das was geboten wird absolut ausreichend. Wer Animes mag wird von den Charakter Models also auch nicht enttäuscht.

Die Musik würde ich eher als schwächeren Punkt sehen, denn obwohl ich zig Stunden hinein gesteckt habe, könnte ich jetzt keinen der Tracks summen, was mir bei Monster Hunter aber schon nach den ersten Minuten passiert ist. Hier hätte man durchaus einiges besser machen können, aber hier gilt wieder, dass die Musik wenigstens nicht störend war. Sie passt zum geschehen, aber ist wirklich nichts, weswegen man dem Spiel eine Empfehlung schreibt.

Auf der Switch läuft das Spiel sehr flüssig, sowohl am Fernseher als auch im Handheld-Modus. Die PS4 und die Xbox One schaffen es natürlich das ganze mit weniger einbußen darzustellen, da die Schatten besser scheinen, aber auch hier kriegt man nicht mehr als die 30 FPS. Am PC gibt es durchaus mehr und auch die Panzer lassen sich besser steuern, wenn man Tastatur und Maus zur Verfügung hat, aber sonst gibt es kaum Grafikeinstellungen, die die PC Erfahrung besser machen, als die der Konsolen.

Mochten wir:

  • Story
  • Wichtigkeit der Nebencharaktere
  • Interessantes Kampfsystem

Mochten wir nicht:

  • Vergessbare Musik
  • Story/Kämpfe schlecht gebalanced

Mit Valkyria Chronicles 4 kann man als Strategie-Fan nicht viel falsch machen. Wer also mit Rundenbasierenden Strategiespielen was anfangen kann, der wird hier etwas ganz einzigartiges finden. Man kann hier einiges richtig machen, aber, wenn man die falschen Charaktere auf eine Mission mitnimmt, kann man das schon einen ganzen Abend lang bereuen. Also für diejenigen, die sich hineinsteigern können ist das Spiel fast schon ein Muss! Auch für den Rest findet man hier ein gutes und solides Spiel!

Wertung:

7.5/10



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