Uncanny Valley im Test

Mit grober Pixel Optik und interaktiven Gameplay möchte Uncanny Valley uns das Fürchten lehren

Horror Games mit Pixel Optik sind immer so eine Sache. In früheren Zeiten, als Grafik noch nicht so der Renner war, haben uns kantige Polygon Modelle wie Nemesis oder die kleinen Mistplagen in Silent Hill Alpträume beschert, doch heutzutage erwarten wir von Horror Spielen etwas hübschere Optik, eventuell schicke Schatteneffekte usw. Uncanny Valley hingegen möchte uns eine dichte Atmosphäre ohne eine allzu aufwändige Grafik bieten, und noch dazu ein interaktives Erlebnis, welches den Wiederspielwert enorm steigert. Bereits 2015 konnten Horror Enthusiasten sich auf Steam gruseln, nach einer PS Vita Version ist nun auch die Nintendo Switch an der Reihe.

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Wir schlüpfen in die Rolle des Nachtwächters Tom, welcher einen neuen Job in der nahe liegenden und stillgelegten Androiden Fabrik annimmt. Klingt jedenfalls nach ziemlich leicht verdientem Geld, denn was sollte schon in einer stillgelegten Fabrik passieren? Jedenfalls merken wir recht rasch, dass hier etwas nicht stimmen kann, aber genau dieses Gefühl, sowie die sehr dichte Atmosphäre, machen den Reiz an Uncanny Valley aus. Zwar ist es zugegebener Maßen in einem Sidescroller schwer eine gute Horror Stimmung aufzubauen doch der Stress den die aus scheinbar Schatten bestehenden Gegner verursachen beweist das Gegenteil. 

Besonders in der ersten Spielhälfte ist Uncanny Valley besonders interessant. Der Grund: Wir wechseln stetig zwischen der realen Welt und den Träumen unseres Protagonisten Tom, und wie wir schon in Nightmare on Elm Street gelernt haben, jeder muss irgendwann schlafen. So sind unsere Rundgänge in der leeren Fabrik als Nachtwächter auf lediglich sieben Minuten pro Schicht beschränkt. Wir könnten zwar versuchen länger zu arbeiten, und nicht nach hause in unser Zimmer zu gehen, doch selbst dann bricht Tom vor Erschöpfung zusammen, und wir finden uns in der Alptraumwelt wieder.

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Auch ist es möglich, dass sich Tom bleibende Verletzungen zuzieht und so in seinen Bewegungen eingeschränkt ist, wenn wir uns allzu dämlich anstellen. Jede Aktion, die wir als Spieler durchführen, bringt uns einem der unterschiedlichen Enden näher, welche allerdings meist schlecht ausfallen. Hier ist auch eines der großen Probleme von Uncanny Valley, um die Geschichte im vollen Ausmaß zu erleben sollte man natürlich ziemlich jedes Ende spielen. Vollbringen wir nun eine Aktion aus versehen oder unwissentlich, weil wir es uns schlichtweg nicht gemerkt haben, doppelt, kann es passieren, dass wir zu einem Ende kommen, welches wir bereits hatten, oder allerdings gar nicht erreichen wollten. Die einzige Möglichkeit dann zu dem gewünschten Ergebnis zu kommen, ist von vorne zu beginnen. Zwar hat Uncanny Valley mit rund 90 Minuten keine allzulange Spielzeit, nervig ist dieses Prinzip hingegen schon, wenn man mal den Gedankengängen der Entwickler nicht ganz folgen kann.  

Mochten wir:

  • Dichte Atmosphäre
  • Spannende Geschichte
  • Hoher Wiederspielwert

Mochten wir nicht:

  • Grafikstil etwas zu grob Pixelig
  • Geräuschkulisse nicht immer optimal

So sehr ich Pixel Art auch liebe und gerne zocke, Uncanny Valley ist mir schon etwas gar grob pixelig ausgefallen. Klar die Atmosphäre ist packend bis zum Schluss, und die Geschichte motiviert mich immer weiter zu zocken, bis ich schließlich das Rätsel gelöst habe, doch eine etwas schickere Präsentation hätte nicht geschadet. Zu Beginn hatte ich noch eine Menge Spaß an dem Spiel, allerdings durch die geringe Spieldauer und das ständige von vorne beginnen, treten irgendwann doch Ermüdungserscheinungen auf, hat man obendrauf dann noch einen Fehler gemacht und kommt nicht dort hin wo man eigentlich hin wollte, wars das gleich gänzlich mit der Motivation. Uncanny Valley ist ein guter Versuch, allerdings doch für den Preis von 9,99€ etwas zu schwach. 

Wertung:

5/10



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