The Caligula Effect: Overdose die Überdosis an JRPG

Ein weiteres JRPG aus dem Hause Atlus zeigt, dass sie es drauf haben eine spannende Story zu erzeugen.

Mit The Caligula Effect Overdose begrüßen wir ein Spiel, welches bisher nur für die PS Vita erhältlich war. Das bedeutet natürlich, dass es sich um einen Port handelt, der grafisch nicht auf dem neuesten Stand ist, aber nagt der Zahn der Zeit sonst an dem Spiel? 

Worum geht’s?

In diesem Spiel folgen wir einem sehr beliebten Anime-Genre. In einer VR Welt eingeloggt, welche die Menschen glücklich machen soll, leben wir das perfekte Leben. Keine Erinnerung mehr daran, dass man sich in einer solchen Welt befindet, fristet man also bis ans Ende der Zeit sein perfektes Leben. Klingt doch gar nicht so übel oder? Nun, natürlich gibt es da den Catch, dass nicht alles so perfekt ist wie es scheint und wenn man sich ausloggen will, ist das nicht so einfach.

Wir schlüpfen in die Rolle des Protagonisten, der beginnt Dinge zu sehen. Und mit Dinge meinen wir natürlich Datenkorruptionen, welche sonst niemand sieht. Als er dies zum ersten Mal bemerkt, bei einer großen Schulzeremonie verfällt er in Panik und dadurch werden die anderen “sehenden” Mitschüler auf ihn Aufmerksamkeit. Diese haben einen Schulclub zur Tarnung gegründet um sich zusammen dieser Sache anzunehmen.

So weit, so gut! Wie kam es nun dazu? Mobius – die Welt in der wir uns befinden, wurde von μ oder auch “Mu” erschaffen. Diese scheint ein Idol zu sein, also ein Popstar. Sie will, dass jeder glücklich ist und scheint alles daran zu setzen. Sie hat eine ganze Gruppe an Popstars, welche sie anführt. Eine ganz besondere unter ihnen stellt Aria da, welche dem Protagonisten dabei helfen will Mu zu überzeugen, dass sie falsch liegt. Das ist im Grunde der Hauptplot.

Kampfsystem 

Zunächst wirkt es so, als hätte man hier ein actionbasierendes Kampfsystem, doch die Optik täuscht, denn es ist rundenbasierend. Damit ist es schwer aus der Masse herauszustechen, gibt es doch hunderte Spiele, die ein solches verwenden. Doch hier haben wir etwas sehr interessantes mit dabei. Wenn wir unsere Angriffe auswählen, sehen wir direkt dessen Auswirkungen und können das Timing mit dem des Gegners abstimmen. Wir wählen also Angriffe entsprechend der Simulation die danach läuft.

Klingt zunächst etwas leicht, wenn man eh weiß, was passieren wird, doch zeigt die Simulation nur den “best case”. Wenn jeder Angriff verfehlt, wird dies nicht in der Simulation gezeigt. Auch wenn das Team dann wächst und wir mit mehreren Charakteren Kämpfen, wir das Ganze etwas komplizierter. Wenn wir mit Charakter 1 nun alle Angriffe getimed und ausgewählt haben und nun mit Charakter 2 beginnen Angriffe zu wählen, kann sich das Angriffsmuster des Gegners dadurch ändern, was den Konter oder die Gegenmaßnahme von Charakter 1 nutzlos macht.

Man versucht also vorausschauend zu kämpfen und die Simulation so zu nutzen, dass sich nicht zu viel ändert und man trotz dem Verfehlen noch genug Schaden macht. Das Spiel ist hier allerdings nicht zu schwer. Auf Normal kommt man ganz gut durch. Die vielen Encounter machen es leicht zu grinden und sich an das System zu gewöhnen. Die höheren Schwierigkeitsgrade haben es dafür dann ganz schön in sich.

Zeitlos oder Zeit vorbei?

Was mich stört und das kann ich sehr unverblümt sagen, sind die Charaktermodels. Wenn man am Fernseher spielt, sieht man ganz klar, dass man hier deutlich schärfere HD Models hätte verwenden können, bzw diese für die Ports hätte anfertigen können. Das alleine hätte dem Spiel sehr viel gegeben. Die Hintergründe sind ebenfalls nicht der Brüller, aber es wurde so viel Wert auf die Schattierungen und das Design der Charaktermodels gelegt, dass man wenigsten hier etwas hätte machen können.

Der Rest scheint sehr brauchbar zu sein und wenn man es auf der Switch spielt, kann man im Handheldmodus auch das Problem mit den Texturen ein wenig umgehen. Ganz klar bleibt es aber bestehen. Die Welten wirken stark wie ein Labyrinth durch das es oft schwer ist sich zu navigieren, was schnell ein wenig frusten kann. Schlussendlich erinnert es aber stark an Persona. Der größte Unterschied wäre wohl, dass es weniger polish bekommen hat und das Kampfsystem sich unterscheidet.

100% Spieler werden sich hier allerdings leicht die Finger wund spielen, denn es gibt scheinbar weit über 100 Charaktere, mit denen man sich anfreunden kann und scheinbar kann man jeden einzelnen davon Daten. Also Waifu-Sammler aller Art werden sich hier was finden. Dieses System funktioniert sehr leicht. Man muss nur mit den Personen reden und schon steigert sich das Freundschaftslevel. Dies hat allerdings diverse Barrieren, damit man sich nicht einfach auf das Maximum Level klickt und gut ists. Auch gibt es manche Charaktere, die erst mit einem reden, wenn man mit einem ihrer Freunde befreundet ist.

Mochten wir:

  • Interessantes Kampfsystem
  • Teilweise hervorragend geschrieben
  • WAIFUS

Mochten wir nicht:

  • Charaktermodels
  • Verwirrendes Mapdesign

Wenige Spiele haben es bisher geschafft, dass meine Augen Zwiebel-Flashbacks bekommen und ein wenig Tränen. Man merkt, dass Atlus schon immer einen starken Fokus auf ihre Story gelegt hat, denn die ist sehr gut geraten und die Charaktere sind auch sehr gut geschrieben. Die Anfangssequenz des Spiels, bis zu dem Moment an dem wir ans Steuer gesetzt werden ist sehr intensiv und die alleine macht es das Spiel schon wert, wer sich allerdings nicht in ein Spiel hineinversetzen kann und lediglich für die Mechaniken und die Kämpfe spielt, der sollte eventuell zu etwas anderem greifen.

Wertung:

8,5/10



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