Mit Death of the outsider bringen die Entwickler der Dishonered Serie einen Standalone Titel, in dem wir versuchen den Outsider zur strecke zu bringen.

Wir schlüpfen in die Rolle von Billie Lurk, einer, aus den vorherigen Teilen bekannte, Meuchelmörderin von Dunwall. Die Story ist schnell erzählt und vielleicht auch deshalb etwas brüchig. Nachdem wir unseren alten Mentor Daud aus den Händen der Outsider Sekte der „Augenlosen“ befreit haben, verlangt dieser von uns den Outsider zu töten.  Laut Daud kann das Töten nur dann ein Ende finden wenn der Gott stirbt. Und das obwohl Daud und Billie die Kräfte des Outsiders seit jeher nutzten um ihre Ziele zu erfüllen.

Der Schlüssel zu seiner Ermordung soll dabei ein mysteriöser Dolche sein welcher sich im Besitz der Augenlosen befindet. Ihn zu erlangen und den Outsider zu töten ist unsere Mission. Dabei lernen wir den Kult der „Augenlosen“ zu kennen, ermorden heimlich oder in aller Öffentlichkeit unsere Ziele und brechen in eine Bank ein. Was dabei fehlt sind die wichtigen Entscheidungen welche wir in den ersten zwei Teilen noch treffen konnten. Nun sagen wir leider nur noch Ja und amen.

Keine Enttäuschungen aber auch keine großen Neuheiten

Man sollte sich nichts vormachen. Das Standalone Addon erfindet das Rad nicht neu. Muss es ja auch nicht, schließlich hat die Dishonered Serie viele Stärken auf die man zurückgreifen kann und sollte. Fraglich bleibt jedoch ob man sich nicht auch etwas mehr Mühe hätte machen können. 30 Euro ist schließlich ein stolzer Preis für acht bis zehn Stunden Spielzeit.

Punkten kann Death of the Outsider wie die beiden ersten Teile vor allem mit der gewohnt düsteren Atmosphäre und der Wahl des Vorgehens. So haben wir immer die Wahl ob wir leise vorgehen wollen und Gegner nur betäuben oder ob wir alles und jeden massakrieren wollen. Oft gibt es mehrere Wege um zum Ziel zu kommen.

Besonders passend fand ich die zahlreichen Briefe, Notizen oder Bücher die in der Spielwelt verteilt sind und einem oftmals nützliche Tipps für eine Mission mit auf den Weg geben. So stolpern wir auch manchmal über Nebenmissionen, welche dem Spiel  mehr Tiefe verleihen. Damit wurde ein großer Kritikpunkt aus dem letzten Teil angegangen in dem es keine Nebenmissionen gab. Nun haben wir einerseits in jeder Mission auch ein Optionales Ziel welches uns Anreiz gibt tiefer in das Gebiet einzutauchen und andererseits gibt es jetzt auch Aufträge welche wir uns beim Schwarzmarkt abholen können. Meisten sind es kleine Quests in denen wir jemanden aus dem Weg schaffen müssen. Im Schwarzmarkt können wir uns neben Upgrades für unsere Waffen auch Knochenartefakte ersteigern. Diese sind überall in der Spielwelt zu finden und geben uns kleine Perks. Beispielsweise können wir höher Springen oder teilen im Nahkampf mehr Schaden aus. 

Ansprechendes Gemetzel

Wählen wir den lauten Weg haben wir ein breites Arsenal, dass von Bolzenkanonen über Minen bis zu Granaten reicht. Ist das noch nicht genug können wir mit unserem Walfänger Schwert unsere Gegner in brutaler Manier Aufspießen, Köpfen, Zerteilen oder Erstechen. Das Kampfsystem ist schlicht aber dafür leicht zu meistern. Wir können normal und stark zuschlagen und unsere Gegner parieren was sie für einen Finisher bereitmacht. Macht das Gemetzel Anfangs noch Spass, so wird es Mangels unterschiedlicher Gegner und simpler Kampftechnik bald etwas öde. Immerhin wird der brutale Weg nicht mehr wie in den Vorgängern mit einem düsteren Ende bestraft. Also frohes Morden.

Anspruchsvolles Schleichen

Wer den leisen Weg gehen will wird wahrscheinlich erstmal kläglich scheitern. Selbst auf der leichtesten Schwierigkeitsstufe werden wir sehr leicht entdeckt und direkt von Gegner Schwadronen verfolgt. Nur wer lernt richtig mit Billies übermenschlichen Fähigkeiten umzugehen hat eine Chance. Mit „Trugbild“ können wir einer anderen Person das Gesicht stehlen und uns als sie ausgeben. Das klappt jedoch nicht immer denn manchmal alarmiert die Fähigkeit die Wachen und die Tarnung ist aufgeflogen. Deshalb ist Vorsicht geboten.

Mit „Weitblick“ können wir die Zeit einfrieren und uns kurze Zeit in Geistergestalt umsehen. Wer das Buch „Die Gedankenleser“ kennt sollte eine ungefähre Vorstellung davon haben. Die Fähigkeit bietet sich besonders an um das Missionsgebiet auszukundschaften und schon im vorraus auf alle Wachen vorbereitet zu sein. Auch können wir damit die altbekannten Knochenartefakte aufspüren und Gegenstände durch Wände sehen. Die wohl praktische Fähigkeit ist aber der Platztausch. Mit ihr können wir uns frei herumteleportieren und so neue Wege finden. Außerdem ist sie sehr praktisch um den Wachen zu entkommen. Einmal auf ein Häuserdach teleportiert können uns unsere Häscher nicht mehr behelligen. Upgrades, wie in den Vorgängern, gibt es für unsere Fähigkeiten leider nicht mehr. Das schadet der wiederspielbarkeit genauso wie der Motivation. Hatte man sich in Dishonored noch wie ein kleiner Junge über jedes Knochenartefakt gefreut, sind sie jetzt oft den Umweg nicht wert. Schade!

Fazit

Dishonerd: Death of the Outsider greift viele Stärken der Vorgänger auf, aber lässt gerade in Bereichen Story und Gameplay immer wieder Lücken erkennen. Serien Fans werden sich davon nicht abschrecken lassen und bekommen für 30 Euro klassisches Dishonored Feeling. Für alle anderen, besonders Neueinsteiger, empfehle ich zuerst den ersten Teil zu spielen. Grafisch kaum angestaubt bekommen wir damit für 10 Euro mindestens 12 Stunden Spielzeit und ein tolles Spiel.

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