Ein zweites Mal heften wir uns an Talions und Celebrimbors Fersen in Shadow of War!

Shadow of War’s Lootboxen

Ich möchte gerne direkt den ersten Teil des Reviews mit dem kritischsten Aspekt beginnen. Die Lootboxen wurden beworben als Hilfestellung für Spieler. Andere Reviews über Shadow of War behaupten, dass man 25 Stunden grind mit den Boxen spart und sie dadurch notwendig sind, aber stimmt das auch so? Nun das ist nicht ganz so leicht zu beantworten. Im besagten Endgame geht es um das Nemesis System. Wir erstellen unsere Armee und holen uns Captains und Warchiefs um sie zu stärken. Wenn einer stirbt, dann sollten wir ihn natürlich ersetzen. Das ersetzen ersparen wir uns, wenn wir uns Lootboxen holen. Natürlich bedeutet das, dass wir ein wenig grinden müssen um unsere Armee auf der Kampfstärke zu halten.

Aber ist es wirklich ein Grind, wenn man das tut, worauf das Spiel basiert? Das Spielsystem ist darauf ausgelegt, gegen die starken Bosse zu kämpfen, wieso sollte man dies also als grind ansehen? Wenn es einem keinen Spaß macht, so ist es einfach nicht das richtige Spiel für ihn. Ist es repetitiv? Nein, weil jeder Boss eigen ist und dadurch kann man hier nicht sagen, dass man ein MMO klassisches Grinding hat, wo man den gleichen Gegner dutzende Male tötet nur um an sein Ziel zu kommen. Wenn euch also der erste Teil der Spaß gemacht hat, dann gibt es keinen Grind in diesem Spiel, vor dem ihr euch fürchten müsstet.

Das Free-Flow-System

Wer Batman Arkham gespielt hat, wird sich hier wohl fühlen im Kampf. Das System ist identisch und erfindet sich dabei nicht neu. Allerdings ist es nach wie vor schwerer als in Batman, da wir ein breiteres Sortiment an Gegnern haben. Strategisches Planen, welche Gegner eine größere Gefahr darstellen in der aktuellen Situation ist also von größter Wichtigkeit und kann in dem durchgängigen Stress, dem man ausgesetzt ist, eine große Herausforderung sein. Wiedermal gibt es Caragorns auf denen wir reiten können, doch diesmal gibt es auch Drakes! Fliegende Feuerspucker mit denen wir Cirith Ungol nun unsicher machen können.

Wem also die Knie schwach werden bei dem Gedanken, einen richtigen Drachen zu fliegen (und nicht so wie in Skyrim, wo ihr eine Hochschaubahn mit Schussfunktion habt), dann wisst ihr schon einmal wo ihr zugreifen solltet. Auch Trolle die Katapulte auf den Rücken befestigt haben, könnt ihr euch holen und damit große Gruppen von Gegnern mit einzelnen Schüssen erledigen.

Quests

Die Quests sind da um euch neuen Herausforderungen zu stellen. Es bringt euch Funktionen näher, die ihr im Endgame gut brauchen könnt. So lernt ihr in den Quests die Elven Rage zu verwenden und schaltet zusätzliche Belohnungen frei. Jede Quests hat 3 Herausforderungen für die ihr Ingame-Währung bekommt, Erfahrung und Gear. Sie bringen euch also ein wenig Abwechslung bei der Jagd auf Orcs und Uruk-Hai.

Die Quests sind aufgeteilt in 4 Akte. Nach den ersten paar Stunden hat man den ersten abgeschlossen und kommt in den zweiten. Wer hier befürchtet, dass man noch 10 Akte vor sich hat, der kann sich entspannen. Dennoch ist die Spielzeit die man in den Akten verbringt aufgeteilt. So ist der 2. Akt der Questintensivste. Wem es also um die Story geht, der wird schnell ein Ende erreichen. Wem es allerdings nur darum geht wieder Orcs zu töten, der wird mehr als genug Spielstunden im Lategame finden.

Das Nemesis-System

Hier scheiden sich die Geister. Obwohl es das beste an diesem Spiel ist, gibt es viele, denen das Nemesis-System nicht viel gibt, doch kann man nicht behaupten, dass sich keine Mühe dabei gegeben wurde. Gegner lernen aus euren Angriffsmustern, wenn sie euch besiegen werden sie stärker und auch ohne eurem zutun ändert sich die Hierarchie am laufenden Band. Bisher gab es für mich noch kein Spiel in dem sich die Umgebung so lebendig angefühlt hat. Ihr jagt einen Orc und müsst vielleicht schon bald feststellen, dass ihr zu spät kommt und er gerade von einem anderen getötet wurde. Vielleicht schafft ihr es aber auch die beiden im Kampf zu erwischen.

Solltet ihr also den Kampf zweier Orcs unterbrechen, so habt ihr die Chance einfach abzuwarten bis einer von beiden verliert und könnt euch dann den anderen vorknöpfen, wem das aber zu einfach ist, der kann auch aufs Ganze gehen und sich beide vornehmen. Jeder Orc hat seine eigenen Schwächen und Stärken, insofern ist es gut machbar, wenn auch kein Zuckerschlecken.

 

Stealth

Wer Stealth-Spiele mag, der kann auch hier zugreifen. Zwar ist es kein Splinter Cell, aber macht seinen Job immer noch sehr gut. Ihr könnt schleichen, was es den Orcs nicht mehr möglich macht euch zu hören. In gewissen Deckungen schleicht ihr automatisch. Wenn ihr euch nun von hinten einem Orc nähert, so habt ihr die Möglichkeit ihn in einem Stealthangriff lautlos zu beseitigen. Auch könnt ihr den Kadaver dann verwenden, um andere Orcs auszutricksen. Auch gibt es Skills die diese Art des Spielens unterstützt. Sollten zwei Feinde nah aneinander stehen, so könnt ihr einen per Stealth umbringen und mit Celebrimbor einen weiten Sprung machen um den zweiten ebenso die Kehle durchzuschneiden.

Auch Captains und Warchiefs lassen sich manchmal mit einem Stealthangriff überraschen und können so betäubt werden und einen guten Teil ihrer HP verlieren, doch haben wir hier keine Chance sie mit dem ersten Angriff sofort zu erledigen. Nichts desto trotz heißt dies, dass wir mit Stealth sehr weit kommen können. Wem es zu stressig ist seine Kämpfe zu managen, der kann auch mit gewissem Feingefühl den Großteil des Spiels ohne bewältigen. Vor allem wenn ihr Infos über den einen oder anderen Captain holen wollt, bietet es sich an die Infos per Stealth zu holen. Das spart Zeit und Nerven.

Skilltree

Zunächst wird man durchaus überwältigt. Es sind viele Skills die es zu lernen gibt, doch wird einem eine Reihe gleich einmal abgenommen. Es gibt Skills die werden dadurch freigeschaltet, dass ihr die Mainstory verfolgt und dort werden sie auch direkt eingebunden, damit ihr sie praktisch anzuwenden lernt. Das haben die Entwickler durchaus gut gehandhabt, doch bei den anderen Skills steht man etwas hilflos da zu Beginn. Erst wenn man sich alle einmal durchgesehen hat und sich klar ist, auf welche Weise man dieses Spiel durchspielen möchte, fängt man damit an, Skills zu lernen.

Mit dem erlernen einzelner Skills ist es aber noch nicht getan. Abhängig von eurem Level könnt ihr die Skills dann noch mit 3 Erweiterungen verbessern. So könnt ihr zum Beispiel euren Sprint erweitern, sodass er keine Geräusche mehr macht. Wie ich finde ist das eine nette Beifügung, da ihr somit wirklich genau auf euren Spielstil eingehen könnt und Skills die euch wichtig sind, noch stärker machen.

 

Das Fazit

Wenn euch der erste Teil gefallen hat, dann wird es hier aber schleunigst Zeit zuzugreifen. Nicht nur wurde das Nemesis-System sehr positiv erweitert mit den Belagerungen, sondern auch das restliche Spiel hat mehr Tiefe bekommen. Zum ersten Mal besitzen wir einen Ring der Macht. Die Story ist fesselnd und die Grafik reicht mehr als nur aus um Cirith Ungold und Minas Ithil direkt in euer Wohnzimmer zu bringen. Die Vertonung ist sensationell und verdient durchaus einen Preis. Für mich ist dies der positivste Punkt am ganzen Spiel. Natürlich reden wir hier von keinem Aspekt der ein ganzes Spiel ausmacht, aber es ist einer, der Immersion bringt. In einem Spiel, in das man sich hineinversetzen muss, macht dies also einen riesen Unterschied, wenn das restliche Spiel gut ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.