Jeder hat sie. Seine süßen Kindheitserinnerungen an längst vergangene Games. Secret of Mana ist für die meisten von uns eine dieser Erinnerungen.

Als kürzlich das SNES Mini erschien, konnte man bereits das Original nachholen, immerhin war Secret of Mana einer der vorinstallierten Titel auf dem SNES Mini. Nun ist es so weit und das Remake des Klassikers steht zum Verkauf bereit, was könnte also bei einem Titel, den so viele von uns lieb gewonnen haben, schief gehen? Nun die Antwort ist simpel, eine ganze Menge! So lieb gewonnen wir Secret of Mana haben, besitzt der Titel doch einige Schwächen, welche das Remake beseitigen wollte. Leider klappt das nur mäßig, sodass das Remake uns ganze neue Schwächen offenbart.

Storytechnisch hat sich nichts verändert, wir spielen noch immer den jungen Randi oder wie wir ihn auch nennen wollen, welcher zu Spielbeginn das legendäre Mana-Schwert wiedererweckt. Um dem Mana-Schwert zu seiner alten Stärke zu verhelfen und das Überleben der Menschheit zu sichern, begibt sich Randi auf seine Reise. Neu ist hier, dass die Geschichte nun voll vertont ist, zu gute muss ich den Entwicklern halten, dass wir die freie Wahl zwischen der Japanischen und der Englischen Synchro haben. Ein Dickes Minus hingegen ist, dass sich unter anderem die Münder der sprechenden Charaktere nicht bewegen was im Jahr 2018 etwas befremdlich wirkt. Leider ist das nur das kleinste Problem des Remakes. In den frühen 90er Jahren war das Kampfsystem von Secret of Mana eines von denen, welches es in sich hatte.

Eine Mischung aus der Echtzeit-Unmittelbarkeit von Zelda und den taktischen Nuancen von Square’s rundenbasierten RPGs. Wir wurden immer stärker, während unsere Gegner härter wurden. Im späteren Verlauf konnten wir uns nicht mehr nur auf Nahkampfangriffe verlassen, wir mussten in den Menüs zwischen verschiedenen Elementarzaubern wechseln und diese dann auf Knopfdruck entfesseln. Vielleicht liegt es nur an meinen Gewohnheiten, doch das System welches mich damals so begeistert hat, hinterlässt einen etwas fahlen Beigeschmack.

Da es mit dem Sprung in die 3D Welt nun möglich ist von allen Richtungen anzugreifen, gestaltet sich das kämpfen als äußerst nervtötend. Nun ist es wesentlich schwerer einen Schlag anzubringen, da man sich durch die ISO Perspektive gerne verschätzt. Auch ist es nun aus dem selben Grund schwerer den Geschossen und Angriffen der Gegner auszuweichen. Im Grunde ist Secret of Mana kein sonderlich schweres Spiel, doch Passagen mit vielen Gegnern, welche auf Projektile setzen können so schnell frustrierend werden, da unsere Begleiter nicht mit der schlauesten KI ausgestattet sind und gerne besonders schnell das Zeitliche segnen und somit von uns wiederbelebt werden müssen. Die Bedienung während der Kämpfe wird erst recht unhandlicher, wenn Magie im Spiel ist. Wie im Original erstreckt sich ein Kreismenü über den ganzen Bildschirm, was an sich schon unübersichtlich genug ist, wird durch die Tatsache erschwert, dass es keine Funktion zum schnellen Wiederholen eines Zaubers gibt, wodurch wir wieder durch das ganze Menü navigieren müssen. Zwar haben wir die Möglichkeit Waffen oder Zaubersprüche an die L und R Taste zu binden, doch dürfen wir lediglich zwei auswählen was im Angesicht der Bandbreite an Möglichkeiten ziemlich geizig erscheint, zumal es auf dem Controller noch andere Möglichkeiten gäbe welche ungenutzt bleiben.

Spielbeendende Bugs hatte ich zwar keine, doch die Berichte über ein Ableben Randis, welcher aber nicht stirbt sondern einfach bestehend bleibt, bis man das Spiel neu startet, bis hin zu ungewollten Aktionen der KI Begleiter. Zu guter letzt möchte ich noch einige Worte über den Soundtrack verlieren. Ich höre immer wieder gerne in die musikalische Kulisse vergangener Spiele hinein und auch bin ich Neuinterpretationen nicht abgeneigt. Wenn man also mit Remixen der klassischen Titel umgehen kann, kann man durchaus gefallen an der musikalischen Untermalung finden.

Mochten wir:

Mochten wir nicht:

Das Remake von Secret of Mana hat es mir wirklich nicht leicht gemacht. In so guter Erinnerung ich den Teil aus den 90ern habe, so schwer fiel es mir, mit dem Remake Spaß zu haben. Nicht nur, dass die 3D Optik alles andere als zeitgemäß ist, die fehlenden Gesichtsanimationen in den Zwischensequenzen tun ihr übriges. Es ist schwer zu sagen wer sich von dem Remake angesprochen fühlen soll, Fans des Klassikers werden alles andere als glücklich sein und Personen die Secret of Mana nicht gespielt haben, werden das Remake bereits nach kurzer Zeit entnervt weg legen.Wertung:

5/10

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.