RollerCoaster Tycoon Adventures im Test

RollerCoaster Tycoon gibt es nun schon seit 20 Jahren und war damals der König unter den Tycoon spielen.

Wie viele andere hab auch ich damals mit dem ersten RollerCoaster Tycoon angefangen und war hin und weg. Man konnte seinen eigenen Park bauen, eigene Achterbahnen entwerfen und sogar sehen, was den Besuchern gefällt, missfällt oder wonach ihnen gerade die Lust steht. Viele Spielstunden bin ich hinter dem Laptop meines Vaters damals gesessen und habe versucht den perfekten Park zu entwerfen, doch wollte mir das nie so ganz gelingen. Mit dem Release von RollerCoaster Tycoon Adventures war es wohl Zeit dies endlich zu ändern.

Was man zunächst zu dem Spiel sagen muss ist, dass es sich hierbei um einen Port handelt. Um genau zu sein um den Port eines Ports. Denn RollerCoaster Tycoon Adventures ist der Port von RollerCoaster Tycoon Touch was wiederum der Port von RollerCoaster Tycoon World ist. Zunächst mal zur Beruhigung – Microtransaktionen wurden komplett entfernt und man hat somit den gesamten Umfang sofort zur Verfügung, wovon man bei dem Preis des Spiels auch ausgehen sollte.

Portierung

Mir viel direkt auf als ich es gestartet habe auf, dass es sich hierbei nicht um einen vollen RollerCoaster Tycoon handeln kann. Zwar haben wir die gleichen Einnahmequellen, aber das Mikromanagement, welches in den alten PC Versionen notwendig war, fällt hier komplett weg. Automatisierung, welche nicht einmal wirklich spaß macht, zieht einher und beraubt dem Spiel durchaus Teil seines Charmes. Das war der Punkt, an dem ich anfing zu graben und auch gleich fündig wurde, woher denn das Spiel überhaupt stammt.

Was meine ich nun genau damit? Nun, damals musste man zum Beispiel die Hausmeister alle einzeln einteilen. Man gab ihnen die Bereiche, welche sie zu putzen hatten manuell vor. Machte man ihre Gebiete zu groß, blieben sie länger schmutzig und die Besucher haben sich beschwert. Was mich am allermeisten gestört hat, war aber, dass man nicht einmal die Warteschlangen erstellen konnte. Damals musste man genau wissen, wie man am meisten Warteschlange aus so wenig Platz wie möglich herausholt. Heute stellt man die Achterbahn hin und das Ding läuft.

Steuerung

Die Steuerung war ein Punkt, dem ich sehr kritisch gegenübergestanden bin. Ich war mir das Spiel mit der Maus und der Tastatur sehr gewohnt, da ist es natürlich schwer auf Touch und Controller Steuerung zu ändern. Ich musste aber feststellen, dass es sich genau so leicht wie mit der anderen Variante steuert. Es dauert zwar eine gute Stunde, bis man die Tastenbelegung wirklich drinnen hat, aber dann fließt es wie warme Butter dahin. Die Touch Steuerung dagegen, so gut sie manch einer auch finden kann, so wenig bin ich ein Fan davon.

Schwierigkeit

Normal ist das ein Punkt für mich, den ich gerne auslasse, weil er subjektiv ist, aber in diesem Spiel ist er es absolut nicht. Es gibt keinen richtigen Schwierigkeitsgrad. Damals musste man für jeden Arbeiter den man hat, bezahlen und konnte man sich das nicht leisten, hatte man einen schmutzigen Park oder nicht funktionierende Achterbahnen, was zu weniger Besuchern geführt hat. In diesem Spiel dagegen, war die einzige Sorge, was Ausgaben betrifft, ob man sich die Forschung für die nächsten Achterbahnen leisten kann.

Was auch das einzige ist, dass einen fortschreiten lässt. Man hat also sehr wenig von der genauen Planung übrig. Damals musste man sogar terraformen um ungeeignetes Terrain nutzbar zu machen, doch auch hiervon keine Spur. All diese kleinen Dinge, die das Spiel damals sehr schwer gemacht haben, weil man genau darauf achten musste, wann man welche Ausgaben tätigt, sind entfernt worden und dadurch bleibt der Reiz des Spiels nicht wirklich lange aufrecht.

Performance

Wie in den alten Spielen ist die Grafik absolut ausreichend. Zeitgemäß und gibt dem Spiel das, was es braucht. Das Sounddesign ist ebenfalls gut gelungen und passt zum Spiel, aber auch nichts, was ich nun übermäßig loben würde. Was mich dagegen schockiert hat ist, dass wenn man einen Park recht weit ausgebaut hat und viele Animationen laufen, dass die Framerate schon recht bald flopped. Manche werden sich denken “Nun gut, dann einfach in den Dock damit und los geht’s”. Leider hilft das nur bedingt.

Man hat das Spiel leider nur schlecht portiert, denn egal wie man es dreht und wendet, sobald zu viele Achterbahnen und Attraktionen stehen, fallen die Frames. Nicht auf ein unspielbares Niveau, aber man muss, wenn man die Kamera bewegt, durchaus mit lags rechnen. Nicht nur das, auch Inputs von den Knöpfen können dann schon recht träge werden. Nichts davon zerstört die Spieleerfahrung, aber es wird auf Dauer dann dennoch nervig. In kleineren Parks gibt es das Problem natürlich nicht, was dennoch kein wirklicher Trost ist, bei einem Spiel, für das man 50€ hinblättert.

Mochten wir:

  • Nostalgie
  • Grafik und Sound passen gut
  • Steuerung sehr gut umgesetzt

Mochten wir nicht:

  • Performancemängel
  • Mikromanagement fehlt
  • Preis

Leider muss ich gestehen, dass auch wenn ich mich auf dieses Spiel gefreut habe, es deutlich nüchterner wieder auf die Seite gelegt habe. Es wurden einfach zu viele Punkte entfernt, die aber für die volle Erfahrung notwendig sind. Auch die Performanceprobleme kann man direkt mit einer eher schlechteren Portierung in Verbindung bringen. Alles in allem hätte man sich einfach mehr Mühe geben müssen. Die einzigen Umstände unter denen ich dieses Spiel wirklich empfehlen würde, wäre, wenn es in einem Sale für 10€ angeboten wird. Die aktuellen 50€ sind absolut nicht drinnen für so wenig.

Wertung:

5/10



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