Pathfinder: Kingmaker versucht sich die Krone zu holen

Ein gecrowdfundetetes Spiel, welches die Pen&Paper Spiele auf den PC bringen soll, na ob das was taugt?

Ersteindruck

Seit Jahren schon treffen sich Spieler um sich in eine Runde zu setzen und dort lediglich mit Stift, Papier und ein paar Würfeln zu spielen. Das Konzept hierbei ist es, dass ein Dungeon Master den Spielern das Szenario erklärt, in welchen sie sich befinden und diese bewegen sich absolut frei und ohne jede Einschränkung durch diese Welt und genau das ist es, was Pathfinder versucht auf den PC zu bekommen. Da ich selbst DnD (Dungeons and Dragons) spiele, denke ich, dass ich den Vergleich zwischen dem Ziel und dem Erreichten wohl recht gut bewerten kann.

Zunächst muss man allerdings erwähnen, dass der Dungeon Master in diesem Fall kein Mensch ist, was bedeutet, dass es kein “Auge zudrücken” gibt um einen Saving Throw besser zu bewerten. So gut es auch sein mag, dass das Spiel neutral dem Spieler gegenüber ist, so frustrierend kann es sich auch anfühlen, wenn man bei einem Wurf Pech hatte und von vorne anfangen muss.Das lässt schnell Frustration entstehen, man kann dem aber auch entgegen steuern, indem man einfach den Permatod abstellt. Denn wer es gerne schwer mag, der kann den Tod seiner Gefährten permanent machen und das Ableben des eigenen Charakters heißt hier dann Game Over.

Dies kann man dann noch mit einigen Schwierigkeitsgraden dazu erschweren oder leichter machen und wer denkt, dass hier Schluss ist, der fehlt gewaltig, denn man kann noch zusätzlich einen Modus einstellen, in dem man nur ein Save File haben kann, was bedeutet, dass man sich genau überlegen muss, wann und wo man speichert. Es gibt noch dutzende andere Feineinstellungen um einen eigenen Schwierigkeitsgrad für das Spiel zu erstellen, aber so nahe will ich darauf gar nicht eingehen, da sonst die nächsten tausend Wörter nur davon handeln. Also gehen wir mal auf die nächsten Punkte wie zum Beispiel die Aufmachung!

Die Aufmachung!

Das Spiel haut einen mit der Grafik zunächst wirklich nicht um. Sie ist fern ab von schlecht, aber eben auch nichts, was man als starken Punkt erwähnen würde und das ist auch ok so. Obwohl die Grafik nun nicht besonders gut oder schlecht ist, so ist sie absolut passend für das, was wir hier vor uns haben. Die Umgebungen sind schön gestaltet und lassen uns schnell in die Welt eintauchen. Liebevoll gestaltete Gebäude und schöne Landschaften sorgen dafür, dass man sich recht leicht in den Charakter versetzen kann ohne dabei eine Heizung aus eurer Grafikkarte zu machen. Das Spiel hat aber auch nicht die höchsten Anforderungen, also ist das wenig verwunderlich.

Die Musik ist in dem gleichen Bereich wie die Grafik. Schön im Hintergrund und dabei nicht zu aufdringlich, weswegen man sie zwar mitbekommt, aber sich kaum daran erinnert. Da wir aber auch hauptsächlich mit Lesen und zuhören beziehungsweise planen beschäftigt sind, kommen wir eh nicht dazu, uns stark auf die Musik zu konzentrieren. Interessanter ist hier das Voice Acting, welches ich als sehr positiv empfunden habe. Nicht jeder Charakter wurde vertont, aber die, die vertont wurden, haben eine tolle Arbeit geleistet und fühlen sich dadurch schon lebendig an. Da ich immer ein großer Fan von gutem Voice Acting bin, ist das schon ein dicker Pluspunkt.

Wer also auf der Suche nach einem Spiel ist, bei dem die Atmosphäre aus Grafik und Sound zusammenpasst und so ein schönes Gesamtbild erstellt, durch welches man sich in der Welt schnell heimelig fühlt, der ist hier genau an der richtigen Adresse. Fügt dem noch den RPG Teil hinzu und man kommt schon sehr nahe an das ran, was Pathfinder ausmacht. Allerdings kommt noch der wichtigste Punkt des Ganzen, das System für sich!

Das System

Wie funktioniert das Spiel also, mögt ihr euch fragen. Es ist kein rundenbasierendes Spiel, sondern ein Echtzeitstrategiespiel. Das bedeutet, dass die Kämpfe vor euch ablaufen und ihr nur pausieren könnt um kurz umzudenken. Im Kampf greifen alle eure Gefährten mit ihrem Standardangriff an und ihr könnt sie dann ihre Fähigkeiten und Zauber anwenden lassen, doch Achtung! Manche Sprüche kann man nur einmal am Tag sprechen und Schriftrollen gar nur einmal nutzen, bevor ihr sie nicht mehr habt. Dies folgt dem Konzept von DnD.

Wer nun denkt, dass man als Magier also immer mitzählt, welche Zauber man schon verwendet hat, der irrt, denn es gibt auch Cantrips. Das sind Zauber, die schnell vorbereitet sind und daher öfter im Kampf verwendet werden können, ohne dabei gesperrt zu werden. Dies sind mit eure wichigsten Zauber zu beginn, so ihr denn einen Magier spielt. Spielen könnt ihr natürlich was ihr wollt und man kann auch breit gefächert aus allen Bereichen etwas nehmen, aber dann wird man auch kein wirklicher Spezialist mehr. Die Auswahlmöglichkeiten in der Charaktererstellung sind immens und erinnerten mich stark an Path of Exile.

Entscheidungen können wir natürlich auch treffen. Nicht nur bauen wir im späteren Spielverlauf unser eigenes Königreich auf, sondern auch auf unseren Streifzügen und im Laufe der Story werden wir vor Entscheidungen gestellt. Manche davon haben nicht so große Auswirkungen, andere dagegen ganz massive. Dies ist sehr wichtig, da man sich wirklich überlegen sollte, wie man seinen Charakter spielen will und welche Entscheidungen nun passen. Das erzeugt eine weiter Schicht an “Eingebundenheit” die das Spiel noch ein wenig wirklicher macht.

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Mochten wir:

  • Umfang
  • Story
  • Entscheidungsmöglichkeiten

Mochten wir nicht:

  • Steuerung

Alles in allem hat Pathfinder Kingamer immens viel Potenzial von dem man sich nur wünschen kann, dass es in Zukunft erweitert wird, damit nicht nur mehr Story kommt, sondern auch das Gameplay verbessert wird. Denn die Steuerung ist meiner Meinung nach etwas steif und man fühlt sich nicht so unter Kontrolle, wie man sich eigentlich fühlen sollte, doch abgesehen davon ist dieses Spiel sehr gelungen. Mit ungefähr 80 Spielstunden bekommt man einiges an Zeit für sein Geld und mit 39,99€ auf Steam ist es auch fern ab von teuer für den heutigen Standard. Von mir gibt es also eine klare Kaufempfehlung für alle RPG Fans, die gerne ihre Charaktere planen und auf eine wirklich einbindende Story stehen.

Wertung:

8,5/10



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