Outward – Alles ist der Feind!

Mit Outward gibt es ein neues Fantasy-Survival-RPG in dem alles einen töten will! Dark Souls, versteck dich schonmal!

Ich weiß, in der Branche gibt es die vorherrschende Meinung, dass viele der Redakteure dreckige Casuals sind. Nicht so hier! Zum Frühstück erlege ich ein Ahtal-Ka ohne zu viele Tränke zu verschwenden. Ich rühme mich also mal ganz einfach selbst damit, nicht zur grottigen Art der Spieler zu gehören und dennoch hat der Schwierigkeitsgrad von Outward es ganz schön in sich.

Natürlich werdet ihr es leichter bei dem Playthrough haben, da ich euch Eindrücke gebe, welche ich noch nicht hatte und genau das spart zu beginn schon einige Tode. Aber lasst uns ganz beim Anfang beginnen, der startet nämlich ganz ruhig mit einem wütenden Mob vor der Hütte des Spielercharakters. Diesen kann man selbst erstellen in einem recht schlicht gehaltenen Character Creator. Im Spiel also direkt mit einer wütenden Meute konfrontiert, setzt sich die Stammesführerin dafür ein, dass man euch doch erst nach den 5 Feiertagen meucheln sollte und nicht jetzt schon.

Also bekommen wir 5 Tage Zeit die Schulden die wir haben zurückzuzahlen, nur um dann noch mehr Schulden zurückzahlen zu können! Klingt doch fantastisch oder nicht? Nun hier kommt einer der stärkeren Punkte des Spiels zum Zuge – es gibt mehrere Fraktionen denen man sich anschließen kann. Ich habe mich für die Holy Mission entschieden, da diese eher mit Magie zu tun haben und mich das besonders gereizt hat. (Außerdem wollte ich mich davor drücken die Rechnungen zu begleichen)

Fantasy-Survival was ist daran so besonders?

Auch wenn es mehrere Fantasy Survivals heutzutage schon gibt, hat sich Outward schon recht früh als einzigartig herausgestellt. In klassischer manier braucht man Schlaf, kann sich wunden zuziehen, welche mit Bakterien befallen sein können und Krankheiten gibt es selbstverständlich auch. Mit Hunger und Durst runden wir das ganze Paket auch noch ab und haben somit schon einmal die ganze Basis zusammen.

Ich würde sagen, dass mich dieser Aspekt abgesehen von dem notwendigen Schlaf stark an Breath of the Wild erinnert. Man kommt gut durch, wenn man sich von Rohmaterialien ernährt, aber spart einiges an Ressourcen und bekommt auch einige Boni, wenn man sich die Mühe macht zu kochen. Ich allerdings habe meine Sachen immer roh konsumiert. Im Grunde kann man sich hier selbst aussuchen, wie es einem am meisten Spaß macht.

Natürlich gehört zu jedem guten Fantasy RPG auch Gear und da fängt der Krux an. Man nimmt von so ziemlich allem sehr viel Schaden und Heilungen sind rar gesät. Wenn man sich auf einen Kampf einlässt muss man also sicher sein, dass man genug ausgerüstet ist. Eine Hyäne kann man mit dem Startgear gut erlegen. Bei zwei Banditen sieht das ganze schon deutlich schwerer aus. Insofern verbringt man viel Zeit damit zu farmen um sich die nötige Rüstung zu basteln.

Kampfsystem

Das Kampfsystem fühlt sich an wie ein etwas steiferes Dark Souls. Man hat einen Aktion bar der uns zeigt, ob man gerade wieder angreifen kann oder man noch im Cooldown ist. Natürlich kann man sich auch rollen, allerdings wird es hier schon gefinkelt. Man kann sich nur langsamer und unter größerem Ausdauer verbauch rollen, wenn man einen Rucksack trägt. Diesen kann man mit einem einzigen Knopfdruck ablegen, was aber auch heißt, dass man ihn später wieder aufklauben muss.

Im Grunde verbringen wir also viel Zeit damit den Gegner zu durchschauen und sobald wir ein Angriffsmuster erkennen oder zumindest sicher sind seinen Attacken ausweichen zu können, gehen wir in die Offensive. Die Kämpfe haben hierbei eine interessante Vielseitigkeit durch die verschiedenen Waffen. Magie lohnt sich zu beginn kaum, kann im Endgame aber verheerende Wirkung haben. Bögen und Dolche sind genau so nützlich wie Claymores und Pistolen. Das Balancing fällt in diesem Spiel also sehr gut aus.

Ein kleiner Nachteil ist, dass die meisten der vierbeinigen Gegner sich recht einfach “cheesen” lassen. Wenn man ihnen ganz nahe kommt und dann durch Z-Targetting wie es in Ocarina of Time damals so schön hieß, den Gegner fokusiert und so nahe um ihn herum läuft, trifft er einen nicht mehr und bei jedem Ausfallschritt kann man ihn punishen. Hier wäre ein kleines Update der KI nicht schlecht um dem Schwierigkeitsgrad des restlichen Spiels zu entsprechen.

Aufmachung

Die Grafik des Spiels ist nichts bahnbrechendes. Sie ist nicht hässlich, aber selbstverständlich gibt es Spiele, die dann realistischer aussehen. Das braucht Outward aber auch gar nicht, denn die Grafik die vorhanden ist, gibt dem Spiel einen eigenen Flair und das sehr erfolgreich. Das Spiel fühlt sich wirklich an, als wäre man in eine Welt gesetzt worden und nicht in eine Simulation einer solchen. Es wirkt also durchaus authentisch.

Der Rest gestaltet sich dann eher unangenehm. Sowie man die Mauern der Hauptstadt verlässt ist man ziemlich ausgeliefert. Alles was außerhalb der großen Städte liegt will euch tot sehen. Selbst wenn und ich warne euch inständigst, jemand nur mit euch redet, erwägt die Optionen GENAU. Mir ist es nach wenigen Stunden passiert, dass ich versklavt wurde. Man kann sich dagegen nicht wehren. Die Dialogoption, welche recht unscheibar ist, mündet direkt in das Aufwachen in der Zelle, also nehmt euch in acht davor wem ihr vertraut.

Mochten wir:

  • Schwierigkeitsgrad
  • Etwas ganz neues
  • Mit viel Liebe gemacht worden

Mochten wir nicht:

  • Von der Liebe kriegt der Spieler aber nichts ab

Das Spiel ist sehr gut gelungen. Da man nicht auf alte Spielstände zugreifen kann sondern lediglich mit einem einzigen Savefile spielt, welches ständig überschrieben wird, können wir unseren Fehlern nicht entgehen und das ist auch gut so, denn so wird es erst zu deinem Abenteuer. Der Multiplayer wurde von mir leider nicht getestet, kann aber bestimmt viel Spaß machen und die Schwierigkeit ein wenig senken. Jeder Fantasy Fan der sich vor einer Herausforderung nicht scheut, sollte dieses Spiel definitiv probieren, denn hier gibt es mehrere dutzend Spielstunden an Spaß!

Wertung:

9,5/10



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