Ni no Kuni 2 – “Ni” so viel Spaß gehabt?

Mit Ni no Kuni 2 kommt eine Fortsetzung aus dem Hause Level-5. Mit schöner Grafik und gutem Soundtrack wird uns das Spiel geliefert, doch kann es außerhalb der jugendlichen Zielgruppe auch begeistern?

In Ni no Kuni 2 spielen wir König Evan – welcher nach einem Putsch vom Thron geworfen wurde und von nun an ein neues Königreich gründen will. Das ist die Quintessenz, aber das Intro ist da schon ein wenig düsterer. Zu Beginn sieht man erst einen Präsidenten, welcher eskortiert wird. Eine Rakete schießt an der Brücke vorbei und schlägt in der Stadt ein, welche er besuchen möchte. Es entpuppt sich als eine Atombombe, welche natürlich alles verwüstet und auch den Präsidenten wie es scheint tötet, doch dem ist nicht so, denn in Wahrheit, scheint es ihn nur in eine andere Welt zu befördern. Dort ist alles anders. Schwert und Schild sind hier noch die bevorzugte Waffe und hinzu kommt noch die Kleinigkeit, dass es hier Wesen gibt, die eine Mischung aus Tier und Mensch sind. So findet man in Goldorado einige Katzenmenschen und Hundemenschen vor.

Das alles sorgt nur dafür, dass man sich noch ein wenig mehr wie in einer eher kindlicheren Welt fühlt, doch keine Sorge, das heißt nicht, dass hier keiner stirbt oder sterben kann. Denn die Luftpiraten zum Beispiel, gehen sehr rau mit einem um und drohen auch damit einen zu töten. Die süße Verpackung hat also durchaus auch ihre dunkleren Seiten. Diese werden aber eher im Dialog zu finden sein. Die Grafik spricht nämlich eine ganz eigene Sprache. Saftige Farben und Magie die nicht gruselig sondern eher fantasievoll den Bildschirm schmückt. So wird dafür gesorgt, dass der Vibe des Spiels eher positiv bleibt, statt zu sehr im Drama und im düsteren zu versinken, auch wenn man im Kampf gegen einen Wächter schonmal in einer etwas finsteren Umgebung landen kann, doch dazu später mehr. Für die Grafik bleibe ich erstmal bei dem Urteil: Sie ist schön anzusehen und passt gut zu den einzelnen Szenen.

Soundtrack

Der Soundtrack des Spiels gehört zu den positivsten Aspekten des Spiels. Selten habe ich ein Spiel erlebt, in dem die Musik läuft und mir nicht nach einer Stunde schon die Galle hochtreibt. Hier dagegen haben sie einen Kompromiss gefunden, der wirklich gut funktioniert. Die Musik ist nicht aufdringlich und nur hin und wieder erwischt man sich selbst dabei, wie man dem ganzen lauscht und wenn man es tut, dann ist es angenehm und wirkt nicht so, als würden wir eine 1 Minutenpassage vor uns haben, die sich wieder und wieder wiederholt.

Auch wenn wir herumlaufen und auf Entdeckungsreise gehen, stört die Musik überhaupt nicht, da wir uns darauf konzentrieren müssen, dass wir alles Secrets bemerken und somit unterstreicht die Musik wirklich außerordentlich diese Momente in denen wir nicht aktiv zuhören können. Man wird durchgängig mit einem netten Ambiente versorgt, ob man nun effektv hinhört oder nicht. In Kämpfen geht es dann etwas fetziger zu und auch hier passt es wieder sehr gut, wenn wir das Schwert schwingen und wildere Musik um uns haben, animiert es einen richtig dazu noch mehr kämpfen zu wollen und obwohl man die Musik so oft und lange hört, so weiß man danach trotzdem nicht, wie der Soundtrack geht.

Kampfsystem

Gehen wir an dieser Stelle gleich über zum Kampfsystem. Ich hatte eigentlich ein rundenbasierendes Kampfsystem erwartet, wie in den meisten anderen JRPGs, wurde aber mit einem actionreichen System überrascht, welches mit sehr stark an Final Fantasy Crisis Core erinnert hat. Wir laufen auf der Weltkarte herum und wenn wir einem Gegner zu nahe kommen, dann startet der Kampf. Dieser findet in einem räumlich abgegrenzten Bereich statt, welcher mehr als genug Platz bietet. In diesem müssen wir nun unsere Gegner bezwingen indem wir entweder unser Schwert schwingen, den Bogen verwenden oder aber mit unseren Spezialangriffen draufhauen. Es geht alles recht schnell, weswegen wir das Ausweichen erstmal lernen müssen, bis wir das auch wirklich gut hinbringen, doch das geht schnell dahin. Problematischer wird es ohnehin nur dann, wenn der Gegner ein paar Level über uns ist, denn dann machen wir ihnen kaum noch Schaden, aber das heißt nicht, dass sie deswegen unbezwingbar werden. Rein besessene Monster müssen auf unserem Level oder niedriger sein, aber was es damit auf sich hat, solltet ihr für euch selbst herausfinden.

Zurück zu den normalen Gegnern. Schon am Anfang gibt es eine kleine Stealthpassage, in der einige Level 3 Gegner rumlaufen, wo ihr doch erst Level 1 seid. Diese sollte man vorsichtig umgehen, oder aber man spielt so barbarisch wie ich und versucht sie zu töten, dann haben die aber auch einigen Wumms drauf. Sie töten euch schneller und sterben selbst langsamer, doch wenn man das System einigermaßen durchschaut hat, dann kann man es recht einfach sogar erledigen. Ich will damit nicht sagen, dass das Spiel leicht ist, aber Leute die sich Dark Souls oder Monster Hunter gewohnt sind, wo man ohnehin die meiste Zeit mit ausweichen verbringt, der wird auch hier eher weniger Probleme bekommen, wenn diese dann aber erscheinen, dann so richtig. Denn wenn ein Gegner zu stark ist, dann macht ihr statt 100 Schaden pro Schlage (als Beispiel) plötzlich nur noch 2-5 Schaden pro Schlag und da muss ich wohl kaum dazu sagen, dass das nicht mehr ausreicht und die Flucht zunächst die best Option ist.

Gnuffis

In all dem Getummel gibt es aber noch eine Kleinigkeit zu beachten und das sind eure Gnuffis. Hierbei handelt es sich um Naturgeister, welche euch im Kampf unterstützen. Es gibt verschiedene Arten davon und jede hat ihre Eigenheit. So können die grünen Gnuffis euch heilen, die schwarzen immensen AoE Schaden machen und die regulären verwandeln sich in eine Kanone und schießen mehrmals auf den Gegner. Sie sind eine gute Unterstützung, da sie auch in jeder Lage aushelfen können und den Gegner unabhängig ihres Levels sehr gut austeilen können. Dennoch macht es die Kämpfe etwas stressiger, da ihr ja nun selber austeilen wollt, ausweichen müsst und dann auch noch eure Gnuffis im Auge behalten müsst, da diese manuell aktiviert werden müssen sobald sie bereit sind. Wer also gerne in Notsituationen die Übersicht behält, wird hier viel Spaß haben!

Story

Die Story ist für sich recht schnell erklärt. Wie oben angesprochen geht es um einen Putsch, welcher den König vom Thron wirft. Dieser war aber nur möglich, weil der Vater des Königs erst vor kurzem starb und somit Evan den Thron bestieg. Dieser hatte aber noch keinen Wächter, denn in dieser Welt, kann man nur König werden, wenn man einen Pakt mit einem Wächter schließt. Dies erstellt ein Band zwischen Wächter und König woraufhin dieser ihm hilft. Da unser junger Evan aber noch keinen Wächter hatte, war der Putsch versuch quasi vorprogrammiert, denn weder war er noch eines Königs würdig, noch hatte er wirklichen Schutz. So wird er also entthront und aus seinem eigenen Königreich Namens Katzbuckel vertrieben. Schon kurz darauf machen wir uns auf um mit Roland und Evan ein eigenes Königreich zu gründen. In diesem soll es friedlich zugehen und keiner mehr schlecht behandelt werden. Ein kleine Utopia, wenn man so möchte. Auf der Reise begegnen uns natürlich viele Charaktere und je mehr wir treffen desto mehr, wollen auch unserem Königreich beitreten.

Dies sieht dann so aus, dass wir in unserem Königreich Einrichtungen bauen können und in jeder Einrichtung muss natürlich auch jemand arbeiten. Doch nicht jeder kann jeden Job, so müssen wir Leute suchen, die auch eine Eignung für diesen Job haben. Also brauchen wir viele Leute mit verschiedenen Eignungen um unser Königreich zum Wachstum zu verhelfen und das ist der Grundbaustein des eigenen Königreichs. Wir versuchen also viele Leute zu überzeugen uns zu folgen, damit unser Königreich schneller wachsen kann und somit wieder mehr Ressourcen zur Verfügung stehen. Hier ist allerdings noch nicht das Ende vom spielerischen Umfang. Wenn wir nun also Leute überzeugt haben uns beizutreten und unser Königreich wächst, so gibt es noch immer Schlachten zu schlagen um Monster zu vertreiben oder unsere Ländereien zu beschützen.

Minispiele

Dies findet dann in Form eines Action-Strategie Minispiels statt. Wir steuern Evan, welcher von bis zu 4 Truppen begleitet werden kann. Diese kreisen ihn ein und beschützen ihn. Mit ihm laufen wir dann auf gegnerische Truppen zu und versuchen diese auszuschalten. Bogenschützen hinter Evan schießen nach vorn und Schwertkämpfer halten ihm die Gegner vom Leibe. Stirbt einer, so kann man mit den Einflusspunkten einzelne Männer auferstehen lassen oder aber auch ein Luftbombardement anfordern. Im Prinzip geht es hier sehr stark um Ressourcenmanagement, während man die Fähigkeiten auch richtig ausnutzt. Egal wie man es allerdings anstellt, am Ende macht dieser Modus auch ziemlich viel Spaß und zeigt, dass man mit Kreativität sehr weit kommt, denn jeder Aspekt in diesem Spiel fühlt sich gut an und als wäre er wirklich ein wichtiger Teil im Spiel. Nichts fühlt sich wirklich fehl am Platz an und das macht es nur noch besser, wenn man eine Schlacht gewinnt.

 

Neben den Schlachten gibt es auch noch Traumportale als Minispiel. Diese sind einfach nur kleine Dungeons, die man durchläuft um so in die tiefste Etage zu kommen und dort dann einen Boss zu besiegen. An sich gibt es dadrin gute Belohnungen und da das Kampfsystem wirklich Spaß macht, sind sie auch ein toller Reiz, leider nur, spielt man hier unter Zeitdruck, denn je länger man braucht, desto höher steigt das Gefahrenniveau und je höher das Gefahrenniveau desto höher das Level der Gegner. Ab der 3. Stufe kann man den Boss schon fast gar nicht mehr besiegen, was unheimlich schade ist, denn es gibt hier auch keine Minimap. Wer sich also verläuft oder etwas übersieht wird einige Zeit damit verbringen vor und zurück zu laufen nur um dann am Ende gegen einen übermächtigen Gegner kämpfen zu müssen. Dies ist wirklich das Einzige, was mir negativ an diesem Spiel aufgefallen ist. Ein wenig mehr balancing hier würde nicht schaden.

Mochten wir:

  • Grafik
  • Soundtrack
  • Story
  • Umfang

Mochten wir nicht:

  • Traumportale

Ich denke, dass das Jahr 2018 hiermit schon seinen Meister gefunden hat. Ni no Kuni 2 hat mir mehr Freude bereitet als Zelda Breath of the Wild und kann damit nur noch als ausgezeichnet bewertet werden. Ich verstehe, dass diese Art  von Spiel nicht jedermanns Sache ist, vor allem, wegen der eher kindlichen Konnotation, aber es handelt sich hier dennoch um ein wirklich gutes Spiel, wenn man ihm den die Chance gibt. Der Umfang ist immens und die dadurch entstehende Spielzeit kann sich durchaus sehen lassen. Die Charaktere fühlen sich alle einzigartig an und das Voice Acting ist zumindest mit japanischem Dub hervorragend. Einzig die Traumportale sind nicht ganz so gut geworden, was aber nur eine Nebenquest darstellt, die man nicht abschließen muss, insofern kann ich es nicht wirklich in die Kritik mit einbeziehen, da es so viele gute Quests gibt, dass ein Ausreißer da keinen wirklichen Unterschied in der Bewertung macht. Wer also Animes mag und action RPGs im Fantasybereich, der sollte hier definitiv zuschlagen, denn hier gibt es dutzende Stunden an Spielspaß und eine riesige Welt zu entdecken.

 

Danke fürs Lesen und viel Spaß beim Spielen!

Wertung: 10/10



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