Nelke & the Legendary Alchemists: Ateliers of the New World im Test

Selten haben wir ein Spiel gespielt, dessen Name so von der Zunge rollt wie Nelke & the Legendary Alchemists: Ateliers of the New World!

Um das Review unter einer Gesamtlänge zu halten, die euer Mausrad zum Glühen bringen würde, werde ich im Sinne der Einfachheit das Spiel mit “Nelke und die Alchemisten” abkürzen.

Nun aber schnell zum Review. Im Grunde hatte ich noch nie ein Spiel der Gleichen auf meinem Tisch gehabt. Ich hatte schon viele JRPGs und auf der anderen Seite, hatte ich auch schon viele City Builder. Beide Genres in sich stehen bei mir weit oben, was den Spaßfaktor angeht. Ambitioniert versucht Nelke und die Alchemisten (meine Finger danken schon jetzt für die Abkürzung) beide Genres zu kombinieren.

Was auf dem Papier funktioniert und gut klingt, muss aber nicht heißen, dass diese Genres sich auch wirklich vertragen. Schließlich gehört mehr dazu als einfach nur die richtigen Genres auszusuchen und sich dann in ein 20 Jahre altes Franchise einzunisten. Ja ihr habt richtig gehört. Der erste Teil der Serie ist im Jahre 1997 in Japan released. Wer also nun die Krise bekommt und alle nach spielen will, der sollte sich einiges an Zeit bereit halten.

Die Umsetzung

Grundsätzlich werden die RPG Aspekte gekonnt von dem City Building getrennt und die eher beliebteren Aspekte von JRPGs wie zum Beispiel World Exploration bleiben hier eher aus. Man steuert die Protagonistin Nelke niemals direkt. Man kann auch leider nicht durch die Straßen der eigenen Stadt marschieren, sondern navigiert lediglich in Menüs durch diese durch. Natürlich gibt es aber genug Sequenzen in denen wir unser Meisterwerk dann bewundern können.

Wenn wir also nun auf den RPG Aspekt eingehen, dann läuft dies so ab, dass wir die Stadt verlassen und dann in einer automatischen Sequenz unserem Trupp dabei zusehen, wie sie sich fortbewegen. Nicht die beste Art des Gameplay zugegeben, dafür sind die Kämpfe, so wir auf Gegner stoßen, dann im klassischen JRPG Bereich. Hier können wir die direkte Kontrolle in einem rundenbasierenden Kampf ausüben. Wenn man also von der kleinen Schwäche absieht, dass man selbst nicht die Welt erkundet, sondern dies für einen erledigt wird, gibt es hier nichts zu meckern.

Der City Building Teil ist allerdings sehr genau und mit viel Liebe integriert worden. Wir können entscheiden wo wir gewisse Gebäude hinbauen, können neue Shops bauen und auch schon bestehende aufwerten, indem wir die Beziehung zu den Shopbesitzern verbessern. Dies geht mit einigen Dialogen und schönen Sequenzen einher. Auch wenn wir Statistiken und Berichte darüber, wie die vorherigen Wochen Kapitalmäßig liefen, erhalten, werden die langweiligen Zahlen mit der Romantik einer kleinen aber wachsenden Stadt im persönlichen Kontakt wieder aufgelockert.

Aufmachung

Nelke und die Alchemisten will von Anfang an auch nicht, dass man eine falsche Erwartung des Spiels hat. Man wird direkt mit einer guten Stunde Dialog erschlagen, was in meinem Buche kein negativer Punkt ist, denn das Voice Acting ist mehr als nur akzeptabel und sorgt dafür, dass man schnell mit den Charakteren und ihren Eigenheiten warm wird. Auch wollen wir natürlich wissen, was in unserem Dorf so los ist und nicht distanziert und Kühl über einen Betonblock am Ende herrschen.

Wenn man nun also all diese Aspekte zusammenwürfelt, gut durchschüttelt und dann serviert, hat man eine schöne Balance, welche all diese Dinge abwechslungsreich genug macht um nicht langweilig zu werden. Oft erwischt man sich in gewissen Situationen, wo man mal eben eine Runde “spazieren” geht oder im Dorf ein wenig sozialisiert um seine Shops zu erweitern ohne sich dabei irgendwie gezwungen zu fühlen.

Der Umfang macht Nelke und die Alchemisten zu etwas sehr besonderen. Die Ambition hat sich in diesem Fall ausgezahlt, denn jeder Aspekt des Spiels funktioniert und wirkt natürlich. Nichts davon spielt sich gezwungen und wie als Mittel zum Zweck. In meinem Playthrough gab es keinen Moment in dem ich mir einmal so vor kam, als würde mir das Spiel aufzwingen diverse Funktionen zu nutzen, auch wenn das Tutorial zu beginn in der Mühseligkeit einer Doktorarbeit ähnelt. Lang und umständlich.

State of the art?

Nein, mit der Grafik und dem Sounddesign werden hier keine Preise gewonnen. Auch wenn die Grafik durchaus angenehm ist und auch das Ambiente durchaus gelungen wirkt, haben wir hier keine Grafikbombe, die ihr auf eurem 8K Fernseher spielen wollt. Dennoch funktioniert die Grafik gut für das was wir hier haben. Im Gegenzug können sich Switchspieler darauf freuen, dass in keiner Situation auch nur irgendwo Frameeinbrüche auftauchen.

Wovon dieses Spiel eben lebt, sind die Charaktere und deren Interaktionen miteinander und diese sind ausgezeichnet gelöst. Wer also ein Anime Fan ist und sich die Kultur im fernen Japan schon gewohnt ist, der wird auf keine Überraschungen hier treffen. Die Synchronsprecher geben sich alle Mühe und das bemerkt man auch. Zwar ist das Spiel nicht zu 100% vertont, aber doch ein sehr großer Teil der Dialoge ist auch als Audioformat vorhanden und wer Probleme hat sich alles zu merken, hat jederzeit Zugriff auf ein Backlog, welches sämtliche Dialoge abspeichert.

Mochten wir:

  • Klassische JRPG Aspekte
  • Vollwertiger City Builder
  • Gute Synchronsprecher
  • Langeweile kommt nur schwer auf
  • Gesamtheit des Spiels ist sehr beruhigend

Mochten wir nicht:

  • Die Grafik ist etwas veraltet
  • Fühlt sich zu Beginn mit dem langen Tutorial etwas steif an

Für mich hat das Spiel mehr Für als Wider, weswegen ich es jedem Empfehlen würde der gerne City Builder spielt und auch nicht vor RPGs zurückscheut, denn die einzigartige Kombination funktioniert. Das eher beruhigende Verhalten des Spiels, welches von kaum Negativität geplagt wird (so man auf seine Geschäfte achtet und die Bilanz im Auge behält), vermischt all das was hineingeworfen wurde, zu einem Spiel bei dem man sich Sonntags schön zurücklehnen und die Seele baumeln lassen kann.

Wertung:

8/10



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