Märchengleiches Action Adventure – Ary and the Secret of Seasons im Test

Ary and the Secret of Seasons bietet uns eine gute Alternative zu bekannten Genre Vertretern.

Direkt zu Spielbeginn werden wir auf recht kindliche weise an die Geschichte von Ary and the Secret of Seasons heran geführt. Mit Kindlich meine ich, dass wir die titelgebende Heldin Aryelle, oder kurz Ary, beim Spielen beobachten dürfen. Mit Figuren lernen wir so die Hintergrundgeschichte rund um einen legendären und bösen Magier etwas näher kennen. Kurz darauf werden wir gleich auf unseren ersten Botengang geschickt. Hier wird gleich aufgezeigt wie das Storytelling abläuft, denn das Spiel macht zwar den Anschein als würde es sich um eine Open World handeln, ist allerdings linearer als man denkt. Also kurz zu den Eckdaten, die Welt Valdi ist in vier Regionen geteilt. In jeder dieser Regionen herrscht eine dauerhafte Jahreszeit. Ary beispielsweise kommt aus der Winterregion des Landes wo dauerhaft eisige Temperaturen herrschen.

Nun ja man merkt schon, dass es nicht dabei bleiben soll. Während unseres ersten Botengangs werden wir ziemlich schnell mit einem Feind konfrontiert. Die Gegner bestehen meist aus Hyänen, welche allesamt ziemlich witzig designend sind. Ein klein bisschen haben die Viecher mich an die Rabbits erinnert, das liegt wohl allerdings mehr an den Kulleraugen und das sie so tollpatschig wirken. Nun gut während dieses Vorfalls, bekommt Ary das Schwert ihres für Tot erklärten Bruders Flynn in die Hände. Flynn sollte zum Wächter der Winterjahreszeit ausgebildet werden, ist allerdings verschwunden und wurde für tot erklärt. Arys Vater trifft dies besonders hart, denn in der restlichen Geschichte spielt der gute Mann kaum mehr eine Rolle. Da also Arys Vater nicht im Stande ist als Winterwächter zu fungieren, entschließt sie sich, Flynns Kleidung anzulegen und selber mit dem Winterkristall los zu ziehen, denn kurz davor sind rätselhafte Kristalle vom Himmel gestürzt, welche die Jahreszeiten verrückt spielen lassen. So kommt es, dass die Bewohner von Yule anstatt mit Kälte plötzlich mit sommerlichen Temperaturen konfrontiert werden.

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Hier kommen wir auch schon zu dem ersten Gameplay Knackpunkt, der Winterkristall. Durch die Nutzung des selbigen lassen sich kleine Sphären erschaffen, in welchen noch immer Winter herrscht. Sprich die Umgebung innerhalb der Kugel ist eingeschneit, Wasser gefroren usw. Im weiteren Spielverlauf erhalten wir außerdem ein Amulett der Jahreszeiten, mit welchem sich auch noch andere Sphären erschaffen lassen. Wichtig ist hierbei, dass sich Sphären nie überlappen können, und auch nur eine pro Jahreszeit erschaffen werden kann. Ein Großteil der Rätsel im Spiel stützt sich auf die Erschaffung der Sphären an dem richtigen Ort. Befinden wir uns beispielsweise in einem großen Raum in einem Tempel, lässt ein erschaffen einer Frühlingssphäre an dieser Stelle Wasser erscheinen, da dieser Raum im Frühling überflutet wäre. Durch eine Sommersphäre lassen sich Eiswände beseitigen, durch eine Wintersphäre diese erschaffen, ihr merkt schon worauf das hinaus läuft.

Doch nur bei dem Amulett bleibt es nicht. So erhalten wir im laufe der rund 10 Stündigen Story immer weitere Gadgets, mit deren Hilfe sich Rätsel lösen lassen. Diese werden in der Tat sogar immer komplexer, wenn auch nicht überfordernd. An diesem Punkt trifft das Spiel genau meinen Nerv, und motiviert mich zum stetigen weiter machen. Wobei man eventuell nicht so gut motiviert wird ist das Ableben. Zwar starten wir direkt an der Stelle wieder an welcher wir zuvor gescheitert sind, was natürlich lange Laufwege von einem Savepoint verhindert, allerdings ertappt man sich anschließend dabei, wie die selben Fehler immer und immer wieder begangen werden. 

Was hingegen doch etwas ungut auffällt sind die langen Ladezeiten. Ich habe auf der Nintendo Switch getestet, daher kann ich nicht sagen, ob das Problem auf einer PS4 oder dem PC auch besteht, allerdings fallen in der von mir getesteten Nintendo Switch Version die Ladezeiten enorm aus. Auch andere technische Macken lassen sich leider nicht verbergen, so ist die Genauigkeit beim Vollführen der Sprungpassagen nicht gerade das gelbe vom Ei, was allerdings recht wenig macht, denn immerhin starten wir im Falle eines Falles direkt an Ort und Stelle wieder.

Was ich auch mit einem lachenden und einem weinenden Auge bekritteln muss ist die Grafik.

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Ich habe es vorher schon erwähnt, das Design der Hyänen, welche mich etwas an die Rabbits erinnern, warum auch immer. Nun abseits der Hauptfiguren wirkt das Charakterdesign etwas schlicht. Das erinnert mich ein bisschen an Final Fantasy XIII-3, in welchem die Passanten teilweise aussahen, als wären sie der PS2 entsprungen. Nun gut ganz so schlimm ist es bei Ary and the Secret of Seasons dann doch nicht. Und gerade unsere Heldin Ary begeistert mich vollauf, nicht nur was das Design angeht. Denn Ary ist alleine mit ihrer Mimik in Gesprächen so Ausdrucksstark, das ich mich direkt an Toon Link aus Wind Waker erinnert gefühlt habe, obwohl dieser ja bekanntlich stumm ist. Ary hingegen hat nicht nur eine herrliche Mimik, vor allem dann, wenn der Gesprächspartner Schwachsinn von sich gibt, sondern sie hat auch stets einen Frechen Spruch auf den Lippen, was unsere Heldin umso sympathischer macht. Mindestens genauso gut sind dann noch die Wächter der Jahreszeiten, welche allesamt ziemlich neben der Spur wirken. Wer flache Witze mag ist hier definitiv gut aufgehoben. Die Dialoge sind übrigens allesamt passabel in englischer Sprache vertont, an dieser Stelle habe ich eigentlich wenig zu Meckern, bis auf die Übersetzung, diese wirkt stellenweise so als sei sie direkt aus Google Translate entsprungen, ziemlich schade wie ich finde!

Gespielt wird in klassischer 3rd Person Action Adventure Manier. Wir haben einen Button zum anvisieren des Gegners, können Ausweichrollen vollführen und parieren. Durch eine Parade lösen wir einen kurzen Zeitlupeneffekt aus und verursachen zusätzlichen Schaden. Allerdings muss man sich erst einmal an das Gefühl für die Kämpfe gewöhnen, denn wie bereits erwähnt, ist die Genauigkeit in der Steuerung nicht so .. nun ja Genau. Was hingegen hervorragend funktioniert, ist der Einsatz des Amuletts in den Kämpfen. Manche Gegner verfügen über Dornenrüstungen oder Eisschilde, welche sich nur innerhalb der richtigen Sphäre auflösen. Werden dann noch die Gegnertypen gemischt, kann so ein Kampf schon ganz schön knifflig werden.

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei Ary and the Secret of Seasons nicht um einen Open World Titel, statt dessen, werden wir an die Hand genommen, und mit Hilfe eines Questmarkers zum nächsten Ziel gelotst. Einmal ist es mir passiert, dass ich mich hoffnungslos verlaufen habe, da der Questmarker auf einen Punkt der Karte gezeigt hat, welcher sich allerdings innerhalb eines Tempels befunden hat. Auch generell scheint das Spiel nicht wirklich ganz rund zu laufen. Ok Probleme mit Bossgegnern wie in anderen Testberichten hatte ich nicht, es könnte auch sein, dass der Entwickler hier zwischenzeitlich nachgebessert hat, allerdings wirkt so mancher Einsatz der Sphären so, als hätte man gerade etwas getan, was nicht vorgesehen war. Ich kann es euch eigentlich auch nicht genau erklären warum, aber da das erreichen mancher Vorsprünge so möglich war, glaube ich nicht, dass dieser Weg von dem Entwickler so vorgesehen war. 

Mochten wir:

  • Die Heldin
  • Keine repetitiven Rätsel
  • Viel Humor
  • Einstellbarer Schwierigkeitsgrad
  • Gute englisch Sprachige Vertonung

Mochten wir nicht:

  • Die Übersetzung
  • Die Minimap könnte noch etwas Feintuning vertragen
  • Ewig lange Ladezeiten!

Reden wir nicht um den heißen Brei herum, Ary and the Secret of Seasons ist kein perfektes Spiel. Klar Bugs sind vorhanden und die Welt wirkt an manchen Stellen etwas schlicht vom Design her. Warum ich dem Spiel allerdings doch eine Note von 8 gebe lässt sich recht einfach erklären. Ich hatte enorm viel Spaß mit dem Game! Nicht nur die Heldin Ary, welche ich direkt in mein Herz geschlossen habe, ist dafür verantwortlich, sondern auch das knackige Rätseldesign lässt keine Wünsche offen. Hier braucht man sich definitiv nicht vor der Konkurrenz verstecken. Auch die Story erinnert stellenweise an ein Märchen. Besonders witzig fand ich die Stelle, als Ary mit dem Prinzen tanzt und wie durch Zauberhand ein Kleid trägt. Kitschiger und witziger geht es kaum noch. Ich kann Ary and the Secret of Seasons eigentlich jedem Freund von Action Adventures im Stil von The Legend of Zelda empfehlen.

Wertung:

8/10



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