Gegen fiese Monster – Phoenix Point im Test

Knackige Rundenstrategie, gegen garstige Aliens. Phoenix Pont erfindet das Rad nicht neu, aber das macht nichts!

Mit den eigenen Leuten ins Feld ziehen gegen bösartige Aliens, dabei Forschungen erledigen, Ressourcen sammeln und Zivilisten retten? In den taktischen Runden die Ziele erreichen, und dabei das Überleben der eigenen Leute sichern? Die eigenen Einheiten auf einer Oberflächenkarte in verschiedenen Gebieten absetzen und die eigene Basis ausbauen? Also mir kommt das sehr bekannt vor, um genau zu sein, denke ich bei dieser Beschreibung zunächst an die XCOM Spiele. Phoenix Point will das selbe Publikum bedienen, daher wirken die Elemente auch so ähnlich, denn was soll man denn immerhin an Rundenstrategie gegen Aliens groß anders machen? Aber ob man Phoenix Point deswegen als Klon bezeichnen möchte, wage ich erst einmal zu bezweifeln.

Storytechnisch handelt es sich bei der Bedrohung allerdings nicht um einen Angriff aus dem All. Die Erderwärmung hat in der Arktis den sogenannten Pandora-Virus freigesetzt. Durch diesen Virus mutieren allerhand Meerestiere zu bösartigen Monstern, welche Küstennahe Ölplattformen angreifen. Als wäre das nicht schon schlimm genug, werden Menschen auch noch mittels Gedankenkontrolle in das Meer gelockt, um ihrerseits wieder mutiert an die Oberfläche zurück zu kehren. Die Welt befindet sich am Abgrund, die wenigen Überlebenden scharen sich in Siedlungen und Befestigten Anlagen zusammen, um das Überleben sicher zu stellen. Wir übernehmen die Leitung der Basis Phoenix Point. Diese Basis ist der Dreh und Angel Punkt unserer Operationen. Hier dürfen wir neue Rekruten ausbilden, Items Craften, Forschung betreiben und unsere Teams schließlich in den Globus entsenden, um gegen die bösartigen Pandora Wesen vorzugehen.

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In den diversen Haupt und Nebenmissionen liegt es an uns, die Soldaten möglichst taktisch über das Schlachtfeld zu bewegen. Dabei haben wir, anders als in XCOM 2, kein Rundenlimit für die Kämpfe, was ich durchaus als angenehm empfinde. Unter Zeitdruck spielt es sich einfach unentspannter. Allerdings gibt es auch einige Unterschiede zu der XCOM Vorlage. Beispielsweise das manuelle Zielen auf Gegner. Während eines Gefechts, können wir manuell für einen unserer Soldaten zielen, und so die Stelle vorgeben, auf welche geschossen werden soll. Also Kopf, Arm, Bein, Tentakel usw. Während dieses Vorgangs wird uns allerdings keine Trefferwahrscheinlichkeit angezeigt, wie etwa in den Fallout spielen. Dafür signalisieren uns zwei Kreise den Streukreis der Waffe. Diese Kreise variieren natürlich mit der verwendeten Waffe, dem Können des Schützen und natürlich der Distanz. Allerdings ist stets Vorsicht geboten, denn jede Kugel wird einzeln und möglichst realistisch berechnet. Soll heißen wer daneben schießt, hat noch immer die Möglichkeit einen dahinter stehenden Gegner zu treffen, oder eine Deckung zu beschädigen. Allerdings ist es auch möglich unsere eigenen Soldaten zu verwunden, oder auszuschalten.  

Das Zielsystem zeigt uns allerdings auch gleich die Auswirkung eines gezielten Treffers an. So besteht die Möglichkeit eine Blutung auszulösen, wodurch der Gegner in jeder Runde Leben verliert. Schießen wir ins Bein, humpelt der getroffene Charakter und kann sich nicht mehr so weit bewegen, und mit einem zerschossenen Arm, lässt sich keine Waffe mehr abfeuern. Sollte einmal einer unserer Soldaten von so einem Effekt betroffen sein, lässt sich mit Items Abhilfe schaffen. Allerdings nur was Blutungen angeht. Verletzte Arme und Beine lassen sich ausschließlich in der Basis behandeln, nicht allerdings im Feldeinsatz. 

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Ihr merkt schon, dass Phoenix Point was taktischen Tiefgang angeht definitiv ein Goldstück ist. Aber wir sind noch nicht fertig mit unserer Rundschau. Betrachten wir nun einmal unsere Soldaten näher. Diese unterteilen sich in drei Kategorien: Sturmsoldat, Schwere Infanterie und Scharfschützen. Klassische Soldaten eben. Im Spielverlauf erhalten wir noch weitere Klassen, beispielsweise Schleichspezialisten, welche mit Stealth Fähigkeiten aufwarten. Jeden unserer Soldaten können wir bis Level 7 aufleveln, für jede Stufe gibt es, wie könnte es auch anders sein, klassenspezifische Skills zu erlernen, welche wieder für mehr taktische Tiefe auf den Schlachtfeldern sorgen.

Zu guter letzt hätten wir noch die Fraktionen auf welche wir im Spielverlauf stoßen. Da wären zum einen die Bewohner von New-Jericho, welche auf ein starkes Militär setzen. Dann hätten wir noch die Synedrion, welche ihrerseits versuchen möglichst demokratisch und technisch alle Probleme zu lösen. Und zu guter letzt noch die Jünger von Anu, welche ihrerseits gerne selber mit Mutationen experimentieren. Im Spielverlauf können wir für diese drei Fraktionen Aufträge erledigen und so im Ansehen steigen. Allerdings können diese drei sich untereinander nicht gut leiden, so passiert es, dass das Erledigen diverser Aufträge bei dem einen, zu einem Rufverlust bei dem anderen führt. 

Mochten wir:

  • gute Animationen
  • schicke Grafik
  • taktischer Tiefgang
  • gute KI

Mochten wir nicht:

  • sieht XCOM 2 nahezu zum verwechseln ähnlich
  • Basismenü fast zu minimalistisch

Eigentlich bin ich eher ein Freund der Echtzeitstrategie, doch Phoenix Point hat mich schon in vielen vorher gegangen Screenshots und Trailern, die ich gesehen habe, neugierig gemacht. Nicht zuletzt, weil das Spiel vom Studio Snapshot Games entwickelt wurde, dessen Gründer und Chef Julian Gallop damals für das erste X-COM 1994 verantwortlich war. Am meisten Spaß hat wohl die taktische Tiefe durch das manuelle Zielen ausgemacht, sowie die gute Balance. Zwar hatte ich an der ein oder anderen Stelle doch mit einer für mich etwas zu schweren KI zu kämpfen, aber hat man so eine Hürde mal gemeistert, ertappt man sich gerne immer wieder dabei, wie man zu sich selber sagt: “Noch eine Runde dann gehe ich schlafen”, und ehe man sich versieht ist die halbe Nacht rum. Ich kann jedem Fan von Rundenstrategie, und besonders jedem der XCOM bereits mochte Phoenix Point wärmstens ans Herz legen.

Wertung:

8/10



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