Fast wie früher- The Falconeer im Test

Erinnert ihr euch noch an die guten alten Arcade Flight Games? The Falconeer besinnt sich auf diese Wurzeln.

Zum Launch der Xbox Series X/S gab es wohl nicht viele herausragende Launch Titel. Nun gut The Falconeer ist auf den ersten Blick auch nicht gerade so ein herausstechendes Feuerwerk, bedenkt man allerdings, dass es sich hierbei um einen Launch Titel für die Next Gen der Xbox handelt, und das dieses Spiel von nur einer Person Entwickelt wurde, betrachtet man das Gesamtwerk komplett anders. Neben Assassins Creed Valhalla, Watch Dogs Legion oder Apex Legends (um nur einige Launch Titel zu nennen, immerhin gibt es davon wesentlich mehr) hat The Falconeer eben kein bombastisches Budget oder Team dahinter. Schauen wir nun also, was uns hier geboten wird. 

In erster Linie begeistert The Falconeer auf der optischen Ebene. Gerade das fehlen von Texturen ist das, was dem Spiel ein wirklich schönes Flair verpasst. Hier sehen wir vereinzelt Inseln, dort ein riesiger Turm, und in der Mitte des ganzen, der Schlund, an welchem die Wassermassen in die Tiefe zu stürzen scheinen. Während wir auf unserem Kriegsvogel über die Weiten des Ozeans ziehen, Pfeift uns der Wind um die Ohren, hier und da taucht ein Wal auf, begleitet wird die Szenerie von einem dynamisch wechselnden Soundtrack, welcher sein übriges zu der Atmosphäre beiträgt.

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Auch wenn in The Falconeer viel auf Gegner gefeuert wird, geht es nicht die ganze Zeit so actiongeladen zur Sache. Neben der Hauptstory, von welcher uns in jedem Kapitel eine andere aufgetischt wird, dürfen wir die Map bereisen und Aufträge von verschiedenen Städten annehmen. Mal sind es Kopfgelder, mal Botengänge oder Basenverteidigung. Im Verlauf der Story wechseln wir übrigens mehrmals die Perspektive, sodass wir erkennen, dass die scheinbar bösen nicht immer wirklich böse sind.

Wirklich toll wird das Spiel allerdings erst wenn man sich voll und ganz darauf einlässt. Man hat das Gefühl, dass der Entwickler seine eigene Geschichte erzählen möchte. Schon alleine hier wäre The Falconeer vermutlich bei einem größeren Team mit Geldgebern im Nacken gescheitert. Das große Problem an dem Ganzen ist, dass die zufälligen Schwierigkeitsgrade für die unterschiedlichen Missionen doch von Zeit zu Zeit nicht fordernd sind, sondern übertrieben schwer, selbst auf einem moderaten Schwierigkeitsgrad. Oft hilft hierbei kurz gesagt Grinden, um mehr Geld für bessere Ausrüstung zu haben.

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Doch nicht nur bessere Waffen können erworben werden, ebenso können wir Geld sparen, um neue Vögel zu kaufen, oder aber Mutagene um diese zu verbessern. Wohl die größte Schwäche von The Flaconeer ist in der Tat der Kampfablauf. Dieser gestaltet sich ziemlich eintönig. Mit nur einer einzigen Waffe pusten wir gegnerische Vögel vom Himmel. Auch können wir mit den Krallen Wasserbomben aufnehmen und diese auf Schiffe fallen lassen. Hinzu kommen noch Standardflugmanöver, Do a barrel roll!, abbremsen und kurze Tauchgänge um eventuell heiß geschossene Kanonen abzukühlen.

Es fehlt eindeutig eine Art Rakete, immerhin macht es einen großen Reiz solcher Spiele einen Feind im Lock On anzuvisieren, oder aber selber zu versuchen einer Rakete zu entkommen. Was allerdings noch deutlicher Fehlt als besagte Angriffe mit Raketen, wären Angriffe mit dem Falken. Wir fliegen auf einem gigantischen Raubvogel, können aber weder mit den Krallen oder Schnabel attackieren, hier fehlt an dieser Stelle eindeutig etwas. 

Mochten wir:

  • Grafikstil
  • Musikalische Untermalung
  • Open World Design…

Mochten wir nicht:

  • .. was an manchen Stellen etwas leer wirkt
  • Kein Multiplayer

Auch wenn The Falconeer auf den ersten Blick abschreckend wirkt, empfehle ich jedem über die ersten paar Missionen hinaus zu spielen, denn der Einstieg ist nicht das Spannendste an dem Titel. Hat man allerdings die Einstiegshürde geschafft, erwartet einen eine wunderbar gestaltete Open World, welche zwar an der ein oder anderen Stelle etwas karg wirken mag, dann allerdings doch wieder mit den Designs beeindruckt. Der Fakt, dass The Falconeer von einer Person entwickelt wurde, macht das Spiel dann doch erst recht für mich spielenswert. 

Wertung:

7/10