Ist Dragon Quest Builders der Versuch Minecraft zu entthronen oder doch etwas ganz neues? Was laut der Werbung im Minecraft Konzept starten soll, scheint nicht ganz das, was man zunächst erwartet.

Wer hätte voraussagen können, dass Dragon Quest Builders denn kommt, bevor es angekündigt wurde? Diese Weitsicht hatte niemand und so wie es angekündigt wurde, kamen die Fragen, ob es denn der Konkurrenz gewachsen ist. Ein Spiel das diesem Genre eigentlich fremd ist und dennoch beweisen soll, dass man daraus ein Sandboxerlebnis machen kann. Gespannt war ich, ob es wirklich mithalten konnte oder man einfach nur schmeckt, dass es versucht modisch und dabei zu sein.

Los geht’s!

Spiel also in die Konsole, gestartet und dann einmal das Introvideo genossen. Das Spiel nimmt sich selbst nicht ernst, was für erfrischende Dialoge sorgt. Der Antagonist bringt eine knackige Ladung mit und Zitate wie „You want to see my tool… but we only just met!“ zeigen, dass auch für Erwachsene was dabei ist. All das sorgt dafür, dass das Spiel keine zu ernste Atmosphäre aufbaut, sondern leicht zu verdauen bleibt. Das ist meiner Meinung nach das, was das Spiel am meisten ausmacht. Die Grafik akzentuiert nur noch besser, dass es sich um ein ruhigeres Spiel handelt, in dem man sich der etwas fröhlicheren Atmosphäre durchaus mal hingeben kann. Ich spiele es ausschließlich, wenn ich mich etwas beruhigen möchte und meiner Kreativität etwas freien Lauf lassen möchte.

Wo ich es gerade schreibe: Kreativität. Wie genau ist es also mit Minecraft zu vergleichen? Nun in Minecraft schlagen wir Bäume, hier tun wir das wenigstens mit einem Stock! Man baut wie in Minecraft ab, doch braucht man dazu mindestens einen Stock, den man am Boden finden kann. Von da an, verhält es sich sehr ähnlich. Man geht zu den Quadraten und haut sie kaputt um dann eine neue Ressource zu bekommen. Von Eisen über Stahl ist alles vorhanden und lässt somit auch das Craftingsystem entsprechend aussehen. Ich würde es als nicht ganz so umfangreich wie Minecraft sehen im Craftingbereich, dafür gibt es eine ganz eigene Ecke die Dragon Quest Builders hat und Minecraft fehlt. Wenn wir also beginnen unsere Festung zu bauen, dann können wir Zimmer festlegen.

Um also ein Schlafzimmer zu bauen, brauchen wir zunächst einen Raum mit 2 Block hohen Wänden, nichts leichter als das! Blöcke platziert und zur nächsten Anforderung: Betten! Wir müssen natürlich Betten hineinstellen. Schnell aus Blättern Matratzen gemacht und rein damit! Zu guter letzt brauchen wir noch Fackeln in dem Raum und so wie wir diese platzieren, so wird der Raum endlich funktionstüchtig und vom Spiel auch als eben dieser erkannt. Eine Funktion die mir sehr gut gefällt. Wo man in Minecraft zwar alles bauen kann wie man es möchte, hat Dragon Quest Builders das Theme mit der Festung und hier sollten die Räume auch entsprechend kategorisiert sein. Jeder Raum hat seine eigenen Anforderungen und dafür auch einen eigenen Nutzen.

Die Festung

So wo ich sie gerade erwähne, gehen wir näher darauf ein! Das Ziel des Spiels ist es eine Festung zu bauen und diese wachsen zu lassen. Mehr Räume und bessere Mauern. Aber was ich noch unterschlagen habe ist, dass man Menschen anzieht! Je mehr man baut, desto mehr Leute kommen. Diese geben euch Missionen und bitten auch darum bestimmte Dinge zu bauen. Warum sie euch bitten? Nun, ihr seid der Einzige, der Dinge herstellen kann. Das ist auch der Plot des Spiels. Als der einzige mit dieser Gabe, wissen andere nicht einmal, dass soetwas funktioniert.

Zu Beginn werden wir also von einer körperlosen Stimme geweckt, die uns aufklärt über unsere Gabe alles bauen und erschaffen zu können, ganz im Gegensatz zum Rest der Welt. Ein Dialog in dem der Hauptcharakter durchaus auch einmal einnickt, denn abgesehen von der Steuerung geht es für uns ja nur ums Bauen! Ein weiterer Wink das dieses Spiel von einem Menschen geschaffen wurde, der versteht, dass Tutorials nicht so prall sind, wenn man spielen will. Definitiv ein Pluspunkt! Wozu bauen wir die Festung? Achja! Um den Antagonisten abzuhalten. Er schickt Skelette und andere Wesen vorbei, die unsere Festung zerstören sollen, also spielen wir wortwörtlich gegen Griever! Was für eine schöne Ironie! Skelette kommen vorbei und reißen Türen und Mauern ein, klingt jetzt aber deutlich schlimmer als es ist.

Zwar machen sie die Festung kaputt, doch fallen die Bestandteile nur zu Boden. Nichts von dem was sie kaputt machen geht tatsächlich kaputt. Das bedeutet, dass der Wiederaufbau auch entsprechend schnell von statten geht. Hinzu kommt, dass mit einer größeren Festung mehr Leute in der Stadt sind und diese können durchaus bei der Verteidigung mit anpacken, ihr steht also nicht alleine da, wenn ihr euch um eure Festung kümmert. Insofern wurde das Thema des Spiels wirklich gut genutzt und umgesetzt. Das Festungbauen macht Spaß, man plant wie wild herum und populiert somit einen Fleck der Welt. Wer sich also was ästhetisches statt lieber etwas praktisches bauen möchte, der kann das tun und umgekehrt genauso. Ich spiele natürlich für die Ästhetik.

Mochten wir:

Mochten wir nicht:

Nicht jedes Spiel muss einen mit schallendem Gelächter oder eine mitreißenden Story packen. Dragon Quest Builders hat zwar eine Story, aber diese ist eher leicht und soll nur dazu dienen, dass man eine Erklärung hat, für das was passiert. Viel mehr lebt das Spiel von der Atmosphäre kombiniert mit dem wunderbar umgesetzten Spielkonzept. Das Bauen der Festung macht Spaß und hält einen Beschäftigt. Nicht selten sitzt man da und denkt sich „Das eine Zimmer noch, aber wirklich nur noch das!“ bevor man drei weitere gebaut hat. Suchtverhalten ist also definitiv mehr als nur gegeben. Die Grafik passt wunderbar dazu und macht ganz schön was her. Die Switch zeigt hier wieder, dass trotz der nicht so starken Leistung immer noch schöne Spiele möglich sind, so man sie den richtig stilisiert. Die Musik passt ins Bild, ist aber nichts extra nennenswertes.

Dass man im Kampf etwas schwer die Distanz findet in der man angreift und dadurch unbeholfener wirkt, hat mich zwar nicht sehr begeistert, aber bei so vielen positiven Punkten ist es ja schwer, das als Spielkiller zu bezeichnen. Wenn auch störend, so ist es nur eine kleine Facette in einem gelungenen Spiel. Insofern gibt es von mir eine klare Kaufempfehlung. Wer sich etwas entspannen möchte und leichte Kost genießen kann, der wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.Wertung: 9/10

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