Desintegration im Test – interessanter Genre Mix

Shooter gepaart mich Strategie, angesiedelt in einem düsteren Zukunftssetting. Desintegration schafft diesen Spagat, und ist vor allem für Singleplayer ein Fest.

Als ich das erste Mal von Desintegration gehört habe, klang der Titel durchaus interessant für mich. Ein Genre Mix zwischen Shooter und RTS, das ganze verpackt in einem Sci-Fi Setting? Ich stehe gleichermaßen auf Shooter und RTS (Echtzeitstrategie) und bei Sci-Fi sag ich sowieso nicht nein, also Desintegration bitte her damit! 

Worum geht es?

In Desintegration haben Menschen ihren Verstand in Roboter gepackt die sogenannte Integration. Das damit nicht alle ganz einverstanden sind, liegt auf der Hand. In der Rolle von Romer Shoal, einem ehemaligen Gravcycle Piloten, entkommen wir aus einem Schiff der Reyonne, welche im Spiel die meiste Zeit als “Rotauge” bezeichnet werden. In einem kurzen Intro werden uns die verschiedenen Charaktere unserer Widerstandskämpfer vorgestellt, welche alle, bis auf eine Ausnahme, aus Integrierten bestehen. Bevor es in die erste Mission los geht haben wir auch einen kleinen Hub, unsere Basis, in welchen wir mit den Teamkollegen plauder, Anpassungen und Upgrades durchführen können, sowie die nächste Mission auswählen.

Zwar hat man zu Spielbeginn noch nicht so viele Möglichkeiten, allerdings merkt man bereits hier, dass wir als Spieler in unserer Vorbereitung sehr eingeschränkt werden. Beispielsweise ist es nicht möglich auszuwählen welche Mitglieder unseres Squads wir mit auf eine Mission nehmen möchten, was unendlich schade ist, dasselbe gilt auch für die Waffenauswahl. Zwar gibt es in Desintegration durchaus unterschiedliche Schießeisen, allerdings dürfen wir nie selber bestimmen, welche Ausrüstung wir auf eine Mission mitnehmen.

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Ebenfalls aus der Kategorie nett gemeint ist die Möglichkeit, das Squad mit den erbeuteten Teilen aufzuwerten. Allerdings beschränken sich diese Aufwertungen lediglich auf mehr Schaden, mehr Panzerung, oder Verbesserungen der vorhandenen Fähigkeiten. Neue Skills können wir nicht freischalten. Das Ganze hört sich nach ziemlich viel Gemaule an, nichts desto trotz macht Desintegration Laune. Das liegt vor allem daran, dass der Gameplay Spagat zwischen Strategie und Shooter recht gut gelingt. Wenn wir da an andere Genrevertreter in der Vergangenheit denken, welche dasselbe Ziel verfolgten, hat Desintegration was das angeht die Nase vorne. Schon alleine die Tatsache, dass wir uns auf einem fliegenden Motorrad bewegen ist ein großer Pluspunkt. so sind wir stets nah genug dran um ordentlich mit ballern zu können, haben aber gleichzeitig einen guten Überblick über das Gefecht und können die Skills unserer Kollegen präzise einsetzen, sowie den Trupp herumkommandieren. Auch müssen wir uns stets um die Gesundheit unseres Teams kümmern, per Knopfdruck wechseln wir auf die Heilwaffe, mit welcher wir (ihr habt es bestimmt vermutet) unser Team heilen können. Das ist auch bitter nötig, denn Stirb einer unserer Kumpels, haben wir nur ein kurzes Zeitfenster, um dessen, ich nenne es mal “Hirn”, wieder einzusammeln. Schaffen wir das, spawnt unser Robokumpel kurze Zeit später in einem neuen Körper auf dem Schlachtfeld, schaffen wir das hingegen nicht heißt es Game Over.

Die Steuerung der KI Kollegen sowie das einsetzen der Fähigkeiten geht locker von der Hand, auf Knopfdruck werden Granaten geworfen, neue Positionen eingenommen, oder bestimmte Feinde fokussiert. Während wir durch die Level gleiten, bewegt sich unser Team stets mit uns in nicht allzu großer Entfernung mit, was durchaus angenehm ist, da nicht spontan ein Soldat am Levelbeginn vergessen wird. Leider erfahren wir auch erst spät, was eigentlich die Motivation unserer Leute ist in den Kampf zu ziehen. Auch machen die Missionen in den schlauchartig aufgebauten Levels in den seltensten Fällen Sinn, meist erledigen wir nur alle Gegner, lassen unsere Truppe irgendetwas aktivieren, und bewegen uns zum Extraktionspunkt. So viel Spaß das Gameplay als solches macht, hätte ich mir hier doch etwas mehr Abwechslung gewünscht.

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Auch grafisch ist Desintegration kein Meilenstein geworden. Zwar ist das Spiel nicht hässlich anzusehen, allerdings auch nicht herausragend. Bestenfalls möchte man meinen optisch ist das Spiel ziemlicher Standard. Das fällt vor allem bei den Levels auf, diese könnten durchaus noch ein paar schönere Texturen vertragen. Zum Glück für das Spiel sieht man über die Details recht schnell hinweg, wenn es an die fordernden Gefechte geht, denn groß Zeit mit umsehen bleibt da ohnehin nicht übrig.

Mochten wir:

  • Neue IP
  • Mix zwischen Strategie und Shooter funktioniert gut
  • Sympathische Charaktere

Mochten wir nicht:

  • Keine freie Waffenauswahl
  • Der Trupp lässt sich nicht frei zusammenstellen
  • Schlauchige Level…
  • … die meist auch recht leer wirken
  • Missionsdesign könnte abwechslungsreicher sein

Desintegration sah auf den Ersten Blick sehr vielversprechend aus. Was während der ersten Trailer beworben wurde, wurde auch eingehalten. Der Mix zwischen Shooter und RTS funktioniert, und das ziemlich gut. Von Zeit zu Zeit habe ich mich dabei ertappt, dass ich in Gefechten mich mehr um die RTS Schiene des Spiels gekümmert habe, was auf einem niedrigeren Schwierigkeitsgrad auch durchaus möglich ist. Auf schwereren Einstellungen, ist aber das Handeln des Spielers unabdinglich um voran zu kommen, da die Kämpfe recht knackig sind. Da es sich bei Desintegration noch dazu um eine neue IP handelt, hoffe ich, dass die Verkaufszahlen hoch genug sind, um uns einen Nachfolger zu spendieren, denn mehr RTS / Shooter Hybriden braucht die Gaming Landschaft.

Wertung:

6/10



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