Der Installateur als Baulöwe – Super Mario Maker 2 im Test

Endlich hat der beliebte Baukasten von Nintendo seinen Weg auf die Switch gefunden

Fast 3 Jahre ist der Release des Super Mario Maker her. Damit haben Fans erstmals von Nintendo selber ein Werkzeug an die Hand bekommen, Level für den guten alten Mario selber zu gestalten, und mit der Community zu teilen. Und es kam wie es kommen musste, Mario Maker erfreute sich großer Beliebtheit. Klar also, dass auch die Nintendo Switch früher oder später eine eigene Version des Baukastens bekommen würde. Nun endlich mit Super Mario Maker 2 ist es so weit, viele neue Funktionen warten darauf kreativ eingesetzt zu werden, und auch ein kleiner Storymodus ist mit dabei.

Kommen wir allerdings zunächst zum wesentlichen, was den Super Mario Maker ausmacht, den Editor an sich. Generell ist das kreieren einer Stage ziemlich einfach. Aus dem Baukasten suchen wir uns die gewünschten Objekte, platzieren diese, fertig. Genauso einfach wie das einfügen der Elemente, ist auch das entfernen dieser. Mittels Radiergummi auf den Touch Bildschirm getippt, und schon ist der unerwünschte Block verschwunden. Schon bei den ersten Elementen fällt ein wesentlicher Unterschied zum Vorgänger auf der WiiU auf. Wir haben einen Bildschirm weniger als damals, was die Bedienung etwas erschwert. Was ebenfalls die Bedienung nicht gerade vereinfacht, ist das fehlen eines Stylus. Vorbesteller haben so einen Stift übrigens als Bonus erhalten. Nun gut ein Stylus kostet nicht die Welt, und ist auch nicht zwingend erforderlich, denn alternativ kann man auch mittels der JoyCons basteln. 

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Aber nun gut halten wir uns nicht am Stift auf, denn dieser ist, wie bereits erwähnt, nicht zwingend notwendig. Auch mit dem Finger lässt es sich gut basteln, wenn ich persönlich es auch wie die Pest hasse Fingerabdrücke auf meinem Screen zu haben. Nachdem wir nun also unseren Level im Rohbau kreiert haben, gilt es diesen noch mit Gegnern und Items zu befüllen. Und auch hier Punktet der Mario Maker mit einfacher und frustfreier Handhabung. 

Als Neuzugang dürfen wir uns über Inhalte aus Super Mario 3D World freuen. Nicht nur das geniale Katzenkostüm ist mit an Bord, sondern auch der Grafikstil, sowie ein Wagen mit dem sich spaßige Rennstrecken bauen lassen. Schade allerdings, dass besagter Wagen ausschließlich in der 3D World Optik verfügbar ist. Ebenfalls neu sind bestimmte Voraussetzungen um eine Stage abschließen zu können. Die Vorgabe ein Level ohne zu hüpfen abzuschließen, hat bei mir im wahrsten Sinne für graue Haare gesorgt. 

Was allerdings trotz der neuen Vielfalt nicht möglich ist, ist beispielsweise das erstellen etwaiger Zwischensequenzen oder das komponieren eigener Musik. Super Mario Maker beschränkt sich zur gänze auf das erstellen und verbreiten eigener Stages. Ein komplettes Abenteuer von Mario dürfen wir noch nicht zusammen basteln.

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Worauf wir allerdings beim Level bau achten müssen, ist das Sprungverhalten von Mario. Wir könne zwar auf Knopfdruck den Grafikstil im Editor ändern, damit verändern wir aber auch zwangsläufig die Physik unseres Installateurs. Soll heißen, ein Level der gut in Super Mario Bros funktioniert, könnte in Super Mario 3D World nicht mehr ganz so geil sein. Obacht also, für welche Ära ihr euer Level bauen wollt. 

Aber damit ihr auch darauf nicht vergesst, hat Nintendo uns ein ausführliches Tutorial Spendiert, in dem Tutorial-Taube Yamamura und seine Assistentin Nina uns den Baukasten näher bringen. Will man alle Tutorial sehen, dauert das ganze rund zwei Stunden, und wird uns nur in Textform geliefert.

Kommen wir zu guter letzt noch zum eingangs angesprochenen Singleplayer. Dieser ist rein vom Plot jetzt kein Meisterwerk, wie die meisten Super Mario Titel halt, punktet aber dennoch mit schlichtweg genialen Levels. Ein Trupp Toads möchte für Prinzession Peach ein neues Schloss errichten. Blöd nur, dass kurz nach der Fertigstellung der Undodog vorbei läuft, und versehentlich das ganze Schloss zurück setzt. Nun ist es Marios Aufgabe, Kohle heran zu schaffen, damit seine liebste gut hausen kann. Naja klingt zwar nach einem etwas veralteten Weltbild, aber immerhin kommen wir so in den Genuss, der diversen Singleplayer Levels des Spiels. 

Mochten wir:

  • wirklich einfaches basteln dank gut zu bedienenden Editor
  • Neue Themen aus Super Mario 3D World + Grafikstil
  • Neue Gegenstände mit neuen Mechaniken
  • Ausführliches Tutorial
  • Möglichkeiten des Editors werden uns anhand der Story Levels gezeigt

Mochten wir nicht:

  • Kein Coop-Basteln im online modus
  • Offline dafür JoyCon Zwang
  • Nicht abwärts kompatibel mit Levels aus dem vorherigen Teil
  • Story im Singleplayer nur zwecks Alibi vorhanden
  • Online Performance nicht tragbar

Wenn es euch nur des bauens wegen zum Mario Maker 2 zieht, seit ihr vollends auf der richtigen spur. Die einfache Handhabung des Editors ermöglicht es spielend Level zu gestalten und zu veröffentlichen. Auch Level aus dem Internet lassen sich bequem herunterladen und starten. Nach Abschluss einer Kreation dürft ihr noch eine Bewertung da lassen, wie gut ihr das Werk fandet und zum nächsten ziehen. Haarig wird es bei online Multiplayer Sessions. Die Online Verbindung zu anderen Spielern erinnert mich an die Anfänge von Smash Bros Ultimate. Stellt euch einen Super Mario Run in Zeitlupe vor. Genauso fühlt sich das an, und sollte in der heutigen Zeit nicht mehr vorkommen, dringend nachbessern Nintendo! Ansonsten ist der Mario Maker nicht nur für kreative Köpfe etwas, sondern eigentlich für jeden, der nicht genug von unsrem liebsten Installateur bekommt.

Wertung:

8/10



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