All Star Fruit Racing könnte das Rennspiel sein auf das ihr gewartet habt

Das Rennspiel mit einem sehr ungewöhnlichen Thema

Als man mich gefragt hat, ob ich ein Review zu diesem Spiel verfassen möchte, war ich mir für einige Sekunden unsicher, der Titel wirkte einfach zu sehr auf eine jüngere Zielgruppe hingeschnitten und nach den ersten Minuten spielen, wirkt auch die Grafik so. Wo man dann allerdings bemerkt, dass auch Erwachsene hier ihren Spaß finden werden, ist das Gameplay. Es geht äußerst rasant zu, in Sekunden kann man vom ersten auf den letzten Platz rutschen und auch umgekehrt, kann man schneller auf die erste Position kommen, als man denkt. Der Motion Blurr gibt dem ganzen nochmal den Anschein etwas schneller zu sein, wodurch man sich durchaus konzentrieren muss.

Das Gameplay

Das System des Spiels ist einfach, die ersten 2-3 Rennen wird man vermutlich nicht sehr gut abschneiden, doch sobald man die Drifts heraus hat und Kurven in etwa einschätzen kann, kommt dann der Spaß. Man saust den Gegnern um die Ohren und sammelt entweder im Juicer Modus Früchte auf um aus diesen dann seine Waffe zu basteln oder im Random Juicer Modus, wo man die Waffen direkt aufsammelt. Wenn man sich für die erste Variante entscheidet, wird man zunächst einmal keine Ahnung haben, was man damit anfängt, aber es ist einfach zu verstehen. Man hat vier verschiedene Früchte in seinem Juicer und je nachdem welche Frucht ihr komplett auffüllt, beschert euch eine andere Waffe. Mit vier Früchten kann man nicht viel anstellen? Ihr könnt auch weiter sammeln und zwei Früchte auffüllen um daraus dann in Kombination wieder etwas anderes zu bekommen.

Die Waffen sind hierbei nicht das ausschlaggebenste. Wenn man gut fährt, kann man auch ohne den Standarditems ganz gut den 1. Platz halten, doch gibt es dann noch die Geheimwaffe eines jeden Charakters. Cora zum Beispiel, die Kokosnuss unter den Fahrern, kann als einzige eine riesige Kokosnuss hervorhollen und diese hinter sich schmeißen herrollen lassen, was in Feinden durchaus ein Indianer Jones Flashback auslösen kann. Diese fahrerspezifischen Fähigkeiten sind sehr schön animiert und fühlen sich toll an, wenn man sie anwendet. Hierfür muss ich echt meine Daumen heben!

Die Musik passt zum Spiel dazu, allerdings muss ich zugeben, dass mich das Driften und strategische verwenden von Waffen so sehr gefesselt hat, dass ich teilweise gar nicht bemerkt habe, dass Musik läuft. Wenn man sich auf diese aber etwas mehr konzentriert, bemerkt man, dass sie zu den schön gestalteten Rennbahnen passt. Sie trägt zu einem Flair bei, welcher jede Rennbahn nicht nur visuell einzigartig macht, sondern auch unser Gehör auf eine eigene Rundfahrt mitnimmt.

Das Streckendesign ist gelungen. Die Unreal Engine wurde gut ausgenutzt und hat selbst im Menü einen exotischen Flair, bei dem man durchaus Lust auf Urlaub bekommt. Hier hat man es also wirklich geschafft das Fernweh im Menschen zu kitzeln. Die Fahrerinnen sind ebenfalls schön designed und jede von ihnen ist für sich einzigartig. Einzig, dass man sie nur von hinten sieht, macht es etwas schwerer sich an sie zu erinnern, diese Funktion übernehmen dann aber die fahrereigenen Waffen. Von riesigen Kokosnüssen über Kirschen die explodieren bis hin zu einer Ananasbazooka ist alles vorhanden und das sind die Dinge, an denen man die Fahrer dann erst richtig erkennt.

Personalisieren

Jeder der gerne sein Auto ein wenig persönlicher gestalten möchte, wird dieses Spiel lieben. Ihr könnt jedes noch so kleine Detail an eurem Fahrzeug verändern. Neue Reifen? Kein Problem! Euch gefällt die Farbe der Felgen nicht? Ändert sie! Ich kann mir nicht vorstellen, dass hier irgendjemand einen Wagen nicht nach seinem Geschmack gestalten kann. Dieser Punkt spricht auch gleich Leute an, die das Spiel vollständig durchspielen wollen.Es gibt einen Haufen an freispielbaren Veränderungen für euren Wagen, weshalb man das Jucken in den Fingern sofort spürt.

In Kombination mit den vielen unterschiedlichen Fahrern und den nahe grenzenlosen Möglichkeiten eueren Wagen zu gestalten, ergibt sich ein wirklich schönes Bild. Man fühlt sich deutlich verbundener mit seiner Schöpfung und behandelt es nicht wie eine 08/15 Seifenkiste. Ihr braucht euch auch keine Sorgen zu mache, ihr könnt für jeden Fahrer einen eigenen Wagen gestalten und könnt auch noch einen zusätzlichen machen.

Kleine Mängel

Hier und da bemerkt man dann allerdings doch noch, dass es sich um ein Early Access Spiel handelt. Ab und an bleibt man mal an einer Wand ganz hängen, statt nur davon abzuprallen. Der mit Abstand größte Mangel für mich hat das fehlende Pausenmenü dargestellt. In einem Onlinespiel verstehe ich natürlich, dass es so etwas nicht gibt oder nur dazu da ist, Soundeinstellungen vorzunehmen. Doch in einer Offlinepartie nicht pausieren zu können um das Spiel zu verlassen hat mir nicht so recht gefallen wollen. Auch könnt ihr nicht aus einer laufenden Runde aussteigen, sondern müsst diese tatsächlich fahren, bis jeder andere im Ziel ist, erst dann gewährt euch das Spiel den Drive of Shame.

Merkwürdig finde ich auch, dass, wenn man nicht den ersten Platz bekleidet, die Fahrerin bedrückt auf dem Lenkrad liegt, statt sich über den zweiten oder dritten Platz zu freuen. Vielleicht waren die Hersteller noch nicht in der Lage eine passende Animation dafür zu finden, aber ich war schockiert, dass in diesem Spiel nur der erste Platz einen Grund zur Freude hat, denn auch wenn man ein Rennen als Zweiter abschließt, kann man die Meisterschaft noch als Erster beenden!

Kleine Anmerkung: Das Tutorial findet ihr in den Einstellungen. Vielleicht hätte man das etwas besser platzieren können! Es ist gut, dass man nicht dazu gezwungen wird, aber dennoch sollte es erreichbar sein und dafür, sollte man natürlich auch zeigen, wo es sich befindet!

Ein letzter Mangel wäre dann noch, dass es auf Rennbahnen oft unterschiedliche Wege gibt. Aus anderen Spielen kennt man das ja, eine Abkürzung und schon hat man sich vor einen Kontrahenten geschummelt, hier allerdings gibt es keine Abkürzungen, sondern lediglich Verlängerungen. Durch die Abkürzung passen gut die Hälfte der Spieler zeitgleich und wenn man den Umweg nimmt, findet man sich statt am 1. auf dem 6. Platz wieder. Diese Umwege sind katastrophal, wenn man sie in der letzten Runde nicht umgehen kann oder unabsichtlich verwendet. Sie ein wenig kürzer zu gestalten, damit man es noch in der selben Runde wieder gutmachen kann, wäre wünschenswert.

Das Fazit

Es gibt hier noch Kinderkrankheiten die zu bewältigen sind, aber der Hersteller scheint auf Seiten wie Reddit wirklich nach Verbesserungsvorschlägen zu suchen und versucht in einen Dialog mit den Spielern zu treten. Sowas findet man nicht oft in einer Intensität wie hier. Dafür würde ich dem Studio gerne ein Lob aussprechen. Wenn sie diesen Weg weitergehen, kann ich mir gut vorstellen, dass All-Star Fruit Racing ein Spiel für eine competitive community werden kann. Es macht sehr viel spaß und ist schön anzuschaun. Es ist einfach, aber nicht leicht gut darin zu sein. Hier gibt es wirklich ein herausragendes Potenzial dafür sich zu verbessern und das hält einen am Spiel. Ich bin schon jetzt gespannt, was die Updates mit sich bingen werden und kann für dieses Spiel durchaus eine Empfehlung aussprechen, soweit man mit den von mir angesprochene Mängeln leben kann.

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