Ein Spiel welches so lange in Produktion war, sieht doch bestimmt grafisch nicht mehr modern aus oder? Korrekt! Denn genau das ist der Charme!

Der generelle Eindruck

Angestartet und schon werden wir in eine Welt katapultiert, die sich anfühlt wie vor 40 Jahren. Alles schreit nach Vergangenheit! In diesen Jahren hätten manche nicht zu träumen gewagt, dass ein Spiel rauskommt, welches genau so schön aussieht, wie Mickey Maus und dabei eben diesen Stil beibehält. In den Videosquenzen mag dies nicht so sehr beeindrucken, doch sobald wir loslegen und unseren Tassenkopf rumlaufen lassen, kommt man nicht umhin Nostalgie zu verspüren.

Ein Sidescroller mit einem Schwierigkeitsgrad der sich gewaschen hat! Wie in vielen anderen Spielen laufen wir von links nach rechts (INNOVATION!) und können mit den Fingerpistolen unseres Cupheads schießen, was uns daran erinnert, wie wir als Kinder mit dem Zeigefinger auf andere geschossen haben und dabei laut „Pew, pew!“ gerufen haben. Eine Vielzahl an Gegner macht es uns schwer durchs Level zu laufen (Pew, Pew!). Kein Problem, man hält ein paar Treffer aus, doch sind es echt eine riesen Menge an Gegnern und manche davon kommen auch überraschend von oben. In 2 Schwierigkeitsgraden kann man ans Werk gehen, wobei der eine recht angenehm ist und der andere durchaus biss hat.

 

Bosse

Was bei diesem Spiel wirklich am meisten auffällt sind die Bosskämpfe. Jeder Boss hat verschiedene Stufen durch die er wechselt. Keiner fühlt sich an wie der letzte und nachdem sie Form wechseln, verändern sich auch die Angriffsmuster. Im schwierigeren Modus einen Boss beim ersten Anlauf zu schaffen, ist eine wahre Herausforderung. Erst durch das Lernen der Angriffsmuster und des Bewegungsablaufs können wir effektiv einen Gegenschlag einleiten und draufballern was das Zeug hält.

Erstaunlich ist auch, wie kreativ die Hersteller dabei waren die Bosse zu gestalten. Nicht nur ist jeder Boss ein absolutes Unikat und unverkennbar, sondern ist jede Stufe genauso einzigartig. Selten war ich von der Gestaltung von Charakteren so begeistert wie in diesem Spiel. Der Flair von der neuen Sonntagmorgen-Folge von Mickey Maus kombiniert mit schweren Bossen, die schön animiert versuchen uns das Handwerk zu legen. Was gibt es hier nicht zu mögen?

Aber wie töte ich?

Nun in diesem Spiel tötet man nicht! Wir schießen (PEW PEW!) mit unseren Fingerpistolen auf Gegner, welche dann in einer Wolke verpuffen. Nicht ganz unähnlich zu älteren Metroid-Spielen kann man in verschiedene Richtungen zielen und auch während dem Laufen schießen. Auch ähnlich ist, dass man mehrere Arten hat, seine Waffe zu nutzen. So kann man einen Streuschuss einsetzen, welcher zwar mehr Schaden anrichtet, aber auf der anderen Seite nur eine kurze Reichweite hat. Einen Langstreckenschuss, welcher wie ein Bumerang wieder zu uns zurück kommt, gibt es auch. So bleibt es euch überlassen in welcher Situation ihr welche Waffe bevorzugt. (Pew pew!)

Es gibt zum regulären Level noch ein anderes Leveldesign. In diesem sind wir ein Flugzeug! Hier machen wir einen Abstecher bei Galaga. Ebenfalls ein Klassiker! Wir fliegen also von links nach rechts und können dabei auf und ab, sowie nach links und rechts steuern. Dabei kann man nicht an Gegnern vorbeifliegen und sie ignorieren, denn das Bild ist statisch und dadurch können wir nur ausweichen und hoffen oder aber wir gehen auf Kuschelkurs und schießen was das Zeug hält! Auch in diesem Modus werden uns Bosse in den Weg gestellt, welche nicht minder einzigartig sind!

Multiplayer

Der Multiplayer macht mehr als nur Laune. Zu zweit lauft ihr nun durch die Welten und schießt um euer Leben. Die interessanteste Funktion ist, dass wenn einer stirbt, der Geist langsam aufsteigt. Wenn nun der zweite Spieler springt und den Geist erwischt, so wird der erste Spieler wiederbelebt, mit einem kleinen Harken natürlich. Wer auf diese Weise wiedererweckt wird, kommt mit nur einem einzigen Leben wieder, was dennoch reicht um sich gegenseitig ein paar Mal zurückzuholen, doch Vorsicht! Denn je öfter ihr sterbt, desto schneller steigt der Geist auf und desto schwerer wird er zu erwischen.

Das Manko

Leider ist jedes noch so gute Spiel, nach wie vor von Menschen programmiert und da können schon einmal Fehler passieren. Auch Cuphead ist hier keine Ausnahme. Nicht selten kann es dazu kommen, dass wenn mit einem Controller gespielt wird, die Vibrationsfunktion los geht. Springt an und hört nicht mehr auf! Genauso unablässig, wie wir das Spiel spielen möchten, vibriert der Controller. Es ist natürlich ein eher kleines Problem im Vergleich, dennoch kann es nervig werden, wenn man taube Hände bekommt von der Vibration. Vielleicht verschafft uns der erste Patch ja einen Bugfix, damit wir ungestört die Atmosphäre genießen können.

Fazitzeit!

Wer sich schon damals gerne Comicserien angesehen hat, wird hier absolut auf seine Kosten kommen. Das Spiel und seine Animationen wissen es, den Flair wieder aufleben zu lassen und uns in eine Zeit zu katapultieren, in der die Dinge noch nicht so kompliziert waren. Die flüssigen Animationen bestechen und das knackige Gameplay fordert auch genug! Von mir gibt es hier eine klare Kaufempfehlung für alle Fans der Nostalgie und auch für jene, die knifflige Sidescroller mögen. Für den Rest kann ich mir auch vorstellen, dass es zumindest den einen oder anderen Schmunzler hervorrufen kann.

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