Commandos 2: Men of Courage im Test

Commandos 2: Men of Courage – benötigt einiges an Courage für einen Release.

Ein Klassiker kehrt zurück!

Normalerweise meide ich es über den Plot eines Spiels zu schreiben, schließlich gibt es Leute wie mich, die gerne jedes bisschen Information meiden, um schlussendlich alles selbst erforschen zu können. Allerdings muss ich bei einem Titel diesen Alters sagen: Setzt eure Helme auf, versteckt euch im Schützengraben, dann es folgen Spoiler! Ja absolut richtig! Ich werde es wagen den Plot eines 18 Jahre alten Spieles zu spoilern!

Worum geht’s also? Wir spielen im 2. Weltkrieg, so weit nichts außergewöhnliches. Nachdem Hitler fast ganz Europa vereinnahmt hat, beschließen sich die Allierten einzugreifen. Doch ganz ohne Stützpunkt und Front an der man Kämpfen kann, muss man sich zu helfen wissen. So sendet man kleine Kommando-Trupps los, welche aus Spezialisten bestehen. Mit diesen dürfen wir also hinter den Linien der Deutschen für Tohuwabohu sorgen und in Sabotageaktionen Schaden anrichten!

Ammi gegen Deutsche mag jetzt ein wenig mager klingen, ist es doch der Mittelpunkt der meisten 2. Weltkriegs Spiele, doch lässt sich Commandos 2 nicht ganz in diesen Stereotyp einordnen, denn man kämpft auch gegen Deutschlands verbündete, wie zum Beispiel die Japaner, was durchaus für frischen Wind sorgt. Für die geschichtliche Präzision gewinnt man allerdings keinen Preis, denn man entschied sich politisch sensible Symbole zu entfernen. Es gibt nur eine Fassung vom Spiel, das heißt, dass man dies auch nicht umgehen kann.

Kampfanzug angelegt, Waffe bei der Hand, legen wir los!

Das Spiel gliedert sich recht einfach auf 2 Trainingslevel und 10 Missionen. Diese sind sehr weit ausgebreitet und lassen uns von tropischen Regionen bis hin zu arktischen alles durchleben. Das sorgt für Abwechslung und lässt uns nicht schon nach wenigen Minuten Gefahren erkennen die überall lauern. Ein netter Bonus ist, dass es durchaus auch Missionen gibt, die versteckt sind. Diese muss man zunächst finden, bevor man sie spielen kann.

Wie funktioniert so eine Mission? Man hat 9 Soldaten zur Verfügung. Mit diesen bewegen wir uns Stück für Stück durch die Missionen. Jeder Soldat hat hier seine eigenen Gimmicks. So gibt es einen Taucher, der recht selbsterklärend ist. Dem entgegen gibt es auch Scharfschützen oder Sprengmeister. Neu im Vergleich zu Teil eins sind drei Soldaten. Der Dieb, Natascha und Whisky. Der Dieb kann bestehlen und sich durch Durchgänge quetschen, wo andere nicht durch kommen. Whisky kann Wachen anbellen und Gegenstände versteckt transportieren.

Im Grunde kriegt man einen Haufen Werkzeug mit dem man sich seinen eigenen Weg ans Missionsziel bahnt. Hierbei kann man selbstverständlich auf die Kluge und konfliktfreie Variante spielen und nach Lücken suchen oder aber man zückt die Waffen und schießt darauf los. Jede Mission gibt uns wirklich die Möglichkeit verschiedene Ansätze zu probieren, was ich sehr begrüßt habe. Somit steigt auch das Replay-Value immens.

Steuerung

Ich habe durchaus schon schlechtere Steuerungskonzepte gesehen als in Commandos 2, doch ist man hier auch nicht in perfekten Händen gelandet. So kann man einige Dinge nur nutzen, indem man Shift gedrückt hält zum Mausknopf. Der fehlende intelligente Mauszeiger, der uns markante Punkte anzeigt ist für mich kein Manko, da es in diesem Spiel ja einzig darum geht, Nischen zu finden. Das würde den Gameplay Aspekt deutlich zu leicht machen.

Sehr positiv fand ich, dass man Räume drehen kann, wenn man also aus einem Winkel nichts sieht, dreht man die Ansicht und kann sich schon deutlich besser orientieren. Das spart oft und es schmerzt das zu sagen, das abspeichern. Schließlich will man bei jedem Schritt den man geschafft hat auch sicher sein, dass man von dort weiter spielt, kann doch um jede Ecke der Feind lauern.

Leider machen all diese Dinge einen kleinen Abstrich was die Atmosphäre angeht. Per se hat mich die Steuerung nicht gestört, aber das dauernd Knopfsuchen und die ständige Bereitschaft diverse Tastenkürzel zu drücken, haben vor allem zu beginn einiges von der Atmosphäre geraubt. Wenn man sich dann aber darauf einlässt, kann man einen guten Soundtrack und der Zeit gemäßen Grafik einiges abgewinnen.

Mochten wir:

  • Replay-Value
  • Viele verschiedene Charaktere
  • Versteckte Bonuslevel
  • Übersichtlich durch bewegliche Innenräume

Mochten wir nicht:

  • Steuerung recht fummlig und Atmosphäre störend

Grundsätzlich erhalten wir mit Commandos 2: Men of courage durchaus ein Spiel mit Tiefe und der Fähigkeit, jedem seine eigene Erfahrung zu lassen. Schließlich können wir unseren eigenen Weg finden, was ich immer sehr gut finde. Leider leidet es ein wenig unter Problemen mit der Steuerung und kleineren Bugs. Die gröberen wurden schon gepatched, was zeigt, dass dem Studio einiges an dem Titel liegt. Eventuell ist es nicht für jeden etwas, aber ich kann durchaus eine Empfehlung aussprechen, für jene, die taktischere und auch mehr Abenteuer orientierte Spiele mögen.

Wertung:

7,5/10



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