Wo die Entwickler bei Blossom Tales ihre Inspiration gefunden haben, sieht man auf den ersten Blick. Doch ob es sich um einen langweiligen Klon oder eine spannende Neuinterpretation handelt verrät unser Test.

Sieht man sich die Screenshots von Blossom Tales an, sollte einem schon auffallen, dass sich Blossom Tales sehr an Nintendos Zelda Reihe anlehnt. Startet man ein neues Spiel, wird dies sogar im Intro noch deutlicher hervorgehoben. Doch eine Anlehnung muss ja nichts schlechtes sein, denn immerhin hat man sich mit Zelda eine grandiose Vorlage ausgesucht. Zugleich wäre wohl das größte Problem an dieser Stelle, dass Blossom Tales in große Fußstapfen tritt und Zelda Fans mit einer gewissen Erwartungshaltung an den Titel gehen.

Die Geschichte wird uns in klassischen Textboxen erzählt, doch schon zu Beginn bemerken wir, dass Blossom Tales seinen ganz eigenen Charme und Humor versprüht. Im Grunde erzählt ein Großvater seinen beiden Enkelkindern die Geschichte von Lily. Zunächst möchte er zwar den Kids die Story vom kleinen Feen Jungen erzählen, wie dieser das Land H… rettete doch mitten im Satz wird er unterbrochen mit dem Aufschrei, dass die Enkel diese Geschichte schon kennen und er mal was neues erzählen soll. Mit solchen kleinen Anspielungen schafft es Blossom Tales zumindest mir ein breites Grinsen aufs Gesicht zu zaubern.

Am Beginn der Geschichte sollte die Heldin Lily ihren Ritterschlag bekommen, doch mitten in der Zeremonie versetzt der Hofhexer seinen Bruder den König in einen tiefen Schlaf und reißt das Königreich an sich. Nun liegt es an den Rittern die Zutaten für das aufwecken des schlafenden Königs zu sammeln. Diese befinden sich in drei Verliesen im Königreich, also bemerkt man hier nochmal eine A Link to the Past Anlehnung. Auch optisch präsentiert sich Blossom Tales in einem Pixel Look der zwar etwas gröber gehalten ist als bei der Vorlage, jedoch genauso seinen Charme hat. Das Interface besteht ebenfalls aus einer Lebensanzeige, welche durch Herzen symbolisiert wird, eine Ausdaueranzeige, welche an die klassische Magieleiste erinnert, sowie zwei zuweisbare Buttons für die verschiedenen Items. Lästiges Item Sammeln entfällt übrigens, wir haben immer eine unendlich Anzahl an Pfeilen, Bomben, etc. allerdings verbraucht der Einsatz immer etwas unserer Ausdauer. Diese regeneriert sich zwar selbstständig, doch sobald die Leiste einmal leer ist, heißt es Achtung, besonders in den Bosskämpfen kann dies zu einem Problem werden.

Die ganze Welt selber ist gespickt mit kleinen Nebenaufgaben, welche wir erfüllen können. Nach einiger Zeit wiederholen sich diese allerdings und auch Sammelaufgaben sind leider zu stark vertreten. Die Story hingegen wird unterhaltsam anhand der Gespräche zwischen dem Großvater und den Enkelkindern erzählt. Diese möchten ab und an ihre eigenen Ideen mit einbringen. So wäre es doch viel cooler, wenn Lily gegen einen Ninja kämpft als gegen einen Piraten. Die Wahl bleibt natürlich am Ende uns als Spieler überlassen. Sollten wir einmal sterben, so meint der Großvater lediglich das er sich geirrt habe und er erzählt die Geschichte nochmal richtig und prompt werden wir zu dem Beginn der Zone zurückversetzt. Vor allem die lustigen Kommentare der Kids sorgen für den ein oder anderen Lacher.

Kommen wir aber wohl jetzt zu dem wohl wichtigsten Element, welches ein Zelda like Spiel ausmacht, den Dungeons. Und in Sachen Abwechselung und den Rätseln brauchen sich diese keineswegs zu verstecken. Egal ob nun Wald, Feuer oder Eis Thema der Flair wird perfekt eingefangen. Ab etwa der Hälfte des Dungeons erwartet uns ein Miniboss, bei welchem wir das Dungeontypische Item erbeuten, welches von nun an Hauptbestandteil der Rätsel sein wird. Auch die länge der Dungeons ist durchaus angemessen, nach rund einer Stunde kann man bereits den Boss zu Gesicht bekommen. Schade ist allerdings, dass es nur vier Dungeons im Spiel gibt. So sieht man den Abspann doch schon recht zeitig.

Mochten wir:

+ Die charmante Erzählweise der Geschichte

+ Die Dungeons

+ Den Pixel Look …

Mochten wir nicht:

– . . . der etwas detaillierter hätte sein können

– Das nur vier Dungeons existieren

– Die sich nach einer Zeit wiederholenden Nebenquests Gerade Fans der klassischen Zelda Spiele sollten einen Blick riskieren. Zwar ist die Dauer des Titels je nach Erkundungsfreude des Spielers recht niedrig, doch man bekommt ein charmantes Spiel, welches der großen Vorlage mehr als gerecht wird. Die Dialoge zwischen dem Großvater und den Kids sind kreativ und lustig umgesetzt und motivieren einen stets zu erfahren, wie es denn nun weiter geht. Auch nicht Zelda Fans dürfen gerne mal einen Blick riskieren.Wertung: 8/10

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