Before We Leave – ein Fest für Aufbaustrategen

Seit geraumer Zeit ist der Aufbau Hit Before We Leave exklusiv im Epic Game Store verfügbar.

Komplett ohne Kämpfe, dafür mit charmanter Optik und coolem Gameplay, so möchte Before We Leave die Spieler überzeugen. Bei der Entwicklung habe sich der Macher von Größen wie Die Siedler und Civilization inspirieren lassen. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Zum Spielstart bekommen wir erklärt, dass die Menschheit aufgrund eines apokalyptischen Ereignisses in Bunkern unter der Erde haust. Nun ist es an uns eine blühende Zivilisation zu errichten. Auf den ersten Blick fällt sofort die Präsentation auf. Auf einem schwebenden Planeten im All, welchen wir auch frei erkunden dürfen, bauen wir unsere erste Stadt auf. Hierzu schreiten wir durch Forschung und Entwicklung immer weiter voran. Startet unser kleines Dorf zunächst bei null, dürfen wir bereits kurze Zeit später mit unserem ersten Schiff die Weiten der See erkunden. 

Mit diesem Schiff können wir nun den Planeten nach anderen Kontinenten mit anderen Biomen erkunden, denn nicht überall gedeiht jede Art von Pflanze bzw nicht überall finden wir alle Ressourcen welche zum Voranschreiten benötigt werden. Finden wir nun den passenden Flecken Erde wird ähnlich wie in Anno ein Hafen errichtet, welcher die Inseln miteinander verbindet. Ab diesem Zeitpunkt wird das Spiel doppelt so schwer, denn wir müssen gleich zwei Städte managen, was sich als gar nicht mal so einfach herausstellt, denn neben der Versorgung für unsere Bürger müssen wir auch für deren Zufriedenheit sorgen. Ist diese im Keller, arbeiten unsere Bewohner nur noch langsam dahin, was natürlich langfristig negative Auswirkungen auf die Waren hat welche verschifft werden können, und somit auf die Laune der Bewohner einer anderen Insel. Denn jede Insel bzw. Stadt wird separat verwaltet, was aus Before We Leave ein Mikro Management Monster macht. 

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Das Management beschränkt sich nämlich nicht nur auf unseren Start Planeten. Nach und nach können unsere ehemaligen Kellerbewohner die Technologie der Vorfahren erforschen, wodurch im späteren Spielverlauf interstellare Reisen und damit das besiedeln anderer Planeten möglich wird. Ihr merkt schon worauf das hinaus läuft? Auf einen ganzen Haufen an Städten welche es zu managen gilt. Besondere Erwähnung sollte allerdings die Liebe zum Detail finden, welche die Entwickler hier an den Tag gelegt haben. Beispielsweise verfügt jeder Bewohner über eine kleine Biographie. Klicken wir auf einen Bürger, erscheint diese in der Beschreibung wie etwa “Gibt vor 1,77 groß zu sein, ist in Wahrheit aber nur 1,72 groß” oder ähnliches. Auch die Animationen der Bewohner, sowie der Strukturen ist von höchster Qualität, ebenso wie die musikalische Untermalung.

Normalerweise dürfen wir uns von einem passenden Soundtrack berieseln lassen, während wir weiter forschen, expandieren oder managen. Sind unsere Bewohner allerdings besonders gut drauf feiern diese abends zuhause eine Party. Das merken wir nicht nur daran, dass freudig Noten über dem betreffenden Haus tanzen, auch hören wir in diesen Momenten, wenn wir uns mit der Kamera über der Bude befinden, Folklore Musik spielen. 

Allerdings ist nicht nur Freude angesagt, denn die Bewohner haben mit den selben Problem zu kämpfen wie wir auch. Durch die wachsende Industries steigt die Umweltverschmutzung welche sich wiederum auf die Gemüter niederschlägt. Also müssen wir immer dafür sorgen, dass unsere Insel schön sauber bleibt, ansonsten ist es recht bald vorbei mit der Produktivität.

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Gegenwärtig handelt es sich bei Before We Leave um einen Early Access Titel. Im Großen und Ganzen merkt man diesen Zustand dem Spiel in keinster Weise an, das Gameplay geht super von der Hand, die Grafik ist Zucker, genauso wie die Animationen und die musikalische Untermalung. Trotzdem hat man das Gefühl, dass sich etwas nicht ganz richtig anfühlt, denn die Langzeitmotivation fehlt. Da es keinerlei Kontrahenten gibt, anders als eben bei Anno, Die Siedler und Co., fehlt etwas. Beispielsweise verfügt das Spiel über keinen Multiplayer. Nun gut wäre auf lange Sicht dann auch doch etwas langweilig nebeneinander dahin zu bauen. Das größte Problem allerdings ist das Tempo. Alles geht deutlich zu schnell. Während man zu Beginn noch denkt, dass man hier eine blühende Zivilisation errichtet, hat man bereits nach kurzer Zeit ein Schiff erforscht, die zweite Insel besiedelt, und schon ist die Start Insel nicht mehr der flecken Heimat zum entwickeln, sondern nur noch eine Kolonie von vielen. Auch die Größe der einzelnen Inseln stellt stellenweise ein Problem dar, denn aufgrund der Hexfeld Mechanik wird der Platz mitunter doch recht schnell rar, vor allem, da eine einfache Straße ein ganzes Feld belegt. Es bleibt also abzuwarten ob die Entwickler es noch schaffen werden eine Art der Langzeitmotivation in das Spiel einzubauen, oder ob Before We Leave nach kurzer Zeit des anspielens zurückgelassen wird.

Mochten wir:

  • Gameplay
  • Grafik
  • Soundkulisse

Mochten wir nicht:

  • fehlende Langzeitmotivation

Aufbaustrategie trifft meist genau meinen Nerv. Nach Anno 1800 im letzten Jahr, sowie meiner Rückkehr zu Rimworld war Before We Leave ein Titel den ich unbedingt mal ausprobieren wollte, und ich war größtenteils positiv überrascht. Man geht ja immer mit einer gewissen Vorsicht an Early Access Titel heran, allerdings hätte Before We Leave genauso wie es ist als vollwertiges Spiel veröffentlicht werden können, wäre da das Problem mit der Langzeitmotivation nicht. Ich wüsste nicht, warum ich nach den ersten 8 Spielstunden weiterspielen sollte, immerhin habe ich ja den Tech Tree ziemlich flott erforscht und alles Weitere wäre dann eine Wiederholung des bisherigen. Ich hoffe inständig, dass die Entwickler für dieses Problem vielleicht noch ein Ass im Ärmel haben, damit Before We Leave nicht bald wieder verschwindet.

Wertung:

7/10



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