Necromunda: Hired Gun überzeugt mit kurzweiliger Action und tollen Levels, auch wenn die Story etwas Banane wirkt.

Ach ja Warhammer 40.000 eine tolle Vorlage für das Tabletop, weniger toll für Videospiele, obwohl man das auf den ersten Blick nicht glauben würde. Allerdings gibt es gefühlt mehr Videospiel Umsetzungen von Warhammer 40k als Erweiterungen zu „Die Sims“. Viele dieser Umsetzungen werden von kleinen Studios mit einem geringen Budget produziert, weswegen sich unter den Warhammer 40K Spielen nicht immer die hochwertigsten Perlen tummeln. Der für Necromuna: Hired Gun verantwortliche Französische Entwickler Streum On hatte 2018 bereits einen Titel im Warhammer Universum veröffentlicht. Space Hulk: Deathwing. Damals kein herausragender Titel, doch das ist jetzt nichts was Necromunda: Hired Gun schaden sollte.

Vor Spielstart dürfen wir unseren Charakter wählen. 15 verschiedene stehen hier zur Auswahl, diese unterscheiden sich allerdings lediglich in Geschlecht und Kleidung, spielerisch macht die Auswahl also keinen Unterschied. Durch insgesamt 13 Kapitel und runden 10 Stunden Spielzeit werden wir von einem Ort auf dem Planeten Necromunda zum Nächsten geführt, auffällig hierbei ist die besonders schöne Architektur, eine stimmige Umgebung bietet Necromunda: Hired Gun jedenfalls schon mal. Auch für Abwechslung ist gesorgt, mal sind wir in luftiger Höhe unterwegs, mal in den Tiefen der Abwasserkanäle.

Doch worum geht es in Necromunda: Hired Gun eigentlich? Nun so ganz genau lässt such das selbst nach einigen Spielstunden nicht sagen. Es gibt zwar eine Geschichte, welche uns in Curszenes erzählt wird, allerdings wer gegen wen und überhaupt warum Krieg führt bleibt recht undurchsichtig. Das Ganze ist im Grunde aber eigentlich auch egal, denn als Söldner sind wir stets der Seite treu, welche am meisten bezahlt. Immerhin gibt es im Spiel einige ikonische Charaktere der Necromunda Vorlage, Kenner des Tabletops erhalten also etwas zusätzlichen Service. 

Nachdem das mit der Story so eine Sache ist bleibt nur eines, brachiale Action und holla die Waldfee kracht es in Necromunda ordentlich. Hierbei merkt man deutlich, dass wohl Doom als geistige Vorlage gedient hat, denn Necromunda ist kein taktischer Deckungs-Shooter, sondern wir Springen, laufen und dashen durch die Kampfarenen, denn wenn wir stehen bleiben werden wir über kurz oder lang von den anrückenden Gegnerhorden überrannt. Für die nötige Mobilität sorgt zusätzlich noch ein Greifhaken welchen wir recht früh im Spiel frei schalten, durch dessen Einsatz wir schneller an höher gelegene Orte gelangen können. Dabei fällt auf, dass wir beispielsweise durch Gitter oder Kanten hindurch „gleiten“. Auf den ersten Blick wirkt dies wie ein Bug, allerdings handelt es sich hierbei um eine bewusste Gameplay Entscheidung um den Spielfluss nicht zu stören. 

Was wäre Warhammer natürlich ohne diverse kybernetische Upgrades? So können wir unseren Charakter an allen Ecken und Enden mit neuen Gliedmaßen ausstatten, durch welche wir dann schneller laufen, höher springen oder Raketen abfeuern können. Natürlich sind auch eine verbesserte Lebensregeneration, sowie nützliche aktive Fähigkeiten mit dabei. Doch hierbei noch nicht genug, denn wir verfügen über einen treuen Begleiter. Nun gut dieser Hund hat keine Relevanz für die Story und scheinbar auch keine Bindung zu unserer Figur, richtige Interaktionen sind nur in der Hub Welt möglich, in welcher wir unseren vierbeinigen Freund streicheln können. Aber auch ihn können wir mit Upgrades verbessern, wobei es sich hierbei eindeutig um ein Gameplay Gimmick handelt, als um ein essenziell wichtiges Spielelement. 

Bei der Gegner KI könnte man ebenfalls meinen, dass es sich hierbei um ein Gimmick handelt, denn die Schlauesten sind unsere Widersacher nicht gerade. Das einzige was die Feinde bedrohlich macht ist die schiere Anzahl, dennoch ist es für die Stimmung nicht gerade förderlich, wenn Feinde direkt vor einem plötzlich aufploppen. Neben den Spezialattacken dürfen natürlich auch Schießeisen nicht fehlen. Diese fallen vielleicht konservativer aus als man für einen Sci-Fi Shooter denken mag, dennoch bieten die Waffen ein herrlich wuchtiges Feedback. Pistolen, Laserwaffen, Sturmgewehre, typische Shooter Kost halt das ist auch jetzt nichts schlechtes, zumal sich von jeder Waffe unterschiedliche Varianten finden lassen wie in einem Loot Shooter. Doch nicht nur Waffen, auch unsere Rüstung lässt sich verbessern. Lästig ist nur, dass die Auswahl durch hakelige Menüs erfolgt, welche besonders mit einem Controller ein Krampf sind. 

Alles in Allem ist Necromunda: Hired Gun ein unterhaltsamer Shooter mit genialer Atmosphäre und unterhaltsamer Action. Zwar gibt es auch Bosskämpfe, diese fallen allerdings so wenig ins Gewicht, dass man nach einem Kampf direkt denken könnte „wie das war jetzt ein Boss?“ Auch die Auswahl an Gegnern ist überschaubar. Zu sehr ähneln unsere laufenden Zielscheiben sich, sodass manchmal der Gedanke aufkommt man ballert auf Moorhühner, egal Spaß machts trotzdem! 

Mochten wir:

Mochten wir nicht:

Necromunda: Hired Gun ist besonders wenn man stumpfe Ballereien liebt ein heißer Tipp, kommt aber dennoch nicht an Doom Eternal ran, dies liegt nicht zuletzt an den vielen Macken welche das Spiel aufweist. Für mich ist davon allerdings nichts so schwerwiegend, dass ich wenig Spaß mit dem Spiel gehabt hätte. Gut die Geschichte könnte man als nicht vorhanden bezeichnen aber was solls einfach los in die nächste Mission. Was allerdings etwas abschreckender wirken könnte ist beispielsweise die katastrophale Menüführung auf die man recht schnell einfach keinen Bock mehr hat. Aber ein Blick über die Fantastische Umgebung von Necromunda lässt diese Probleme recht schnell vergessen.Wertung:

7/10

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