Mit dem Wolfenstein 2 DLC „Die Tagebücher von Agentin Stiller Tod“ schlüpfen wir in die Rolle von Ex Geheimagentin Jessica Valiant. Auf der Suche nach Rache für ihren ermordeten Mann komm wir an neue Orte und lernen neue spannende Mechaniken kennen. Denn das neue DLC schafft etwas worin die enttäuschende erste Erweiterung komplett versagte. Sie hebt sich vom Hauptspiel ab. 

Schleichen statt Schlachten

Agentin Stiller Tod arbeitet wie ihr Name vermuten lässt, im Geheimen. Mit einer Kollektion an Wurfmesser und einer schallgedämpften Pistole morden wir uns durch die hohen Ränge des Regimes. Damit wird endlich eine Spielart in Wolfenstein zugänglich die bisher immer gehandycaped war: Stealth. Jessica Valiant kann sich durch enge Luftschächte quetschen und sich geschickt unter Gerümpel verstecken. Wechseln wir die Waffe gehen wir in einen Slowmotion Modus und töten wir Gegner bekommen wir Lebenspunkte dazu. Damit haben wir zum ersten Mal in Wolfenstein 2 echte Stealth Fähigkeiten.

Wir haben jedoch nicht nur die Möglichkeit leise vorzugehen, nein es ist sogar schon fast Pflicht. Mit gerade einmal 40 Panzerung fällt Valiant sehr schnell aus den Latschen. Werden wir entdeckt haben wir kaum Chancen uns mit Sturmgewehr und Co. einfach durchzuballern, sondern müssen oft das Level neu laden. Und da auch schon ein erster Kritikpunkt. Unsere Waffenausstattung ist absolut identisch zum Hauptspiel, abgesehen davon dass unsere Pistole einen Schalldämpfer besitzt. Da wir allerdings unsere „lauten“ Waffen praktisch nicht nutzen können, fühlt sich das Gameplay oft ziemlich eingeschränkt an.

Eine Story die sich sehen lassen kann

Die Tagebücher von Agentin Stiller Tod schafft es mit einer interessanten Story zu fesseln. Es ist eine Geschichte über Rache, ebenso wie im ersten DLC „Gunslinger Joe“, jedoch schafft es das DLC endlich wieder eine Charaktertiefe aufzubauen welche an das Hauptspiel erinnert. Nachdem Jessica Valiant ihren Mann im Krieg an das Regime verloren hat, flüchtet sie nach Brasilien, wo sie ein Leben des Alkohols und des Vergessenes vorzieht. Erst als sie eines Tages einen mysteriösen Brief erhält der ihr die Aufenthaltsorte der Mörder ihres Mannes mitteilt verlässt sie ihr Lotterleben und versucht ihren Mann zu rächen.

Die Story funktioniert überraschend gut, besonders da wir immer wieder interessante Details in Selbstgesprächen von Agentin Stiller Tod erfahren. Unsere Ziele sind drei hohe Tiere des Regimes welche bedauerlicherweise größtenteils Charakterlos bleiben. Wir erfahren lediglich in kurzen Zwischensequenzen von ihnen. Viel zu wenig um ein Feindbild à la Offizier Totenkopf zu schaffen. Damit auch zum nächsten Kritikpunkt: Die „Erzfeinde“ bleiben gesichtslos und die Kämpfe gegen sie sind komplett unspektakulär. Sie halten zwei Kopfschüsse mehr aus kippen dann aber auch direkt aus den Latschen. Coole Mechaniken? Fehlanzeige.

Endlich neue Areale

Diesmal wurde glücklicherweise nicht einfach nur dreist vom Hauptspiel abgekupfert wie in „Gunslinger Joe“. Mit drei neuen Arealen präsentiert sich „Die Tagebücher von Agentin Stiller Tod“ in einem angenehm frischen Licht. Mit einem Filmstudio á la Hollywood und einer Marsbasis sorgt die Umgebung für eine sehr stimmige Atmosphäre. Lediglich der Umfang war etwas mager und die Areale kamen mir oft wie ein Schlauchlevel vor. Aber insgesamt eine ordentliche Verbesserung seit dem letzten DLC.

Mochten wir:

Mochten wir nicht:

„Die Tagebücher von Agentin Stiller Tod“ macht einiges richtig was „Gunslinger Joe“ spektakulär in den Sand setzte. Die Story hat mich wirklich angesprochen, das Gameplay fühlte sich neu und frisch an nicht wie eine simple Abkupferung aus dem Hauptspiel. Ich hatte viel Spass mit den Stealth Mechaniken, welche ich im Hauptspiel schon vermisst hatte. Trotzdem hätten MaschineGames noch mehr machen können: Mehr Waffen welche mit dem Stealth Spielstil funktionieren und interessantere Boss-Kämpfe. Empfehlen kann ich „Die Tagebücher von Agentin Stiller Tod“ für alle die sich in Wolfenstein 2 etwas mehr Stealth gewünscht haben.Wertung: 7/10

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