Age of Empires war für viele von uns einer der ersten RTS-Titel. Nun bekommen wir mit der Definitive Edition eine neue Version spendiert.Wobei neue Version in diesem Fall eher heißt, den Klassiker in neuen Gewand. Allerdings haben damals einige Komfortfunktionen gefehlt, welche es nun doch in die Definitive Edition geschafft haben. Damals suchte man vergeblich einen Button, welcher uns direkt zu den untätigen Arbeitern springen lässt. Mittlerweile ist solch ein Button eingebaut, wir sehen also, dass Age of Empires einen durchaus modernen Anstrich spendiert bekommen hat. Wenn man gerne nostalgisch alte Spiele anwirft, hat das Ur-Age-of-Empires diesen neuen Anstrich auch bitter nötig, denn schön ist was anderes, immerhin bleiben Klassiker gerne in besserer Erinnerung als sie wirklich sind.

Während bei der HD Neuauflage von Age of Empires 2 lediglich die Auflösung hoch geschraubt wurde, hat die Definitive Edition einen komplett neuen Anstrich bekommen, was den Titel zum wohl schönsten 2D RTS Titel macht. Allerdings ändert das nichts daran, dass die Engine quasi aus der Steinzeit stammt. Zwar ist es uns nun möglich in das Geschehen hinein und hinaus zu Zoomen, doch auf der höchsten Zoomstufe, haben sogar potente Rechner Frameeinbrüche und da Age of Empires HD eine Windows Store App ist, können wir auch die Auflösung nicht frei einstellen, da sich besagte Apps gerne an der Desktopauflösung orientieren. Wo wir gerade beim Thema sind, um im online Multiplayer spielen zu können, benötigen wir ein Xbox Konto und dann haben wir auch nur die Möglichkeit online zu spielen. Ein Skill basiertes Matchmaking gibt es leider nicht, was schade und teilweise auch frustrierend ist. Aber immerhin bietet uns die Definitive Edition einen LAN Modus.

So viel jedenfalls zur Technik, die wichtigere Frage ist allerdings, wie angestaubt ist die Spielmechanik? Interessanter Weise nicht so sehr wie man vielleicht denken mag. Militär und Wirtschaft sind gut ausbalanciert und durch die Entwicklung unseres Volkes erschließen wir neue Technologien, alles motivierende und vor allem fordernde Mechaniken, welche noch immer funktionieren. Der Umfang kann sich ebenfalls sehen lassen. Wir haben nun nicht nur die Möglichkeit online zu spielen, sondern auch alle zehn Kampangen inklusive der Erweiterung Rise of Rome sowie die Demo Missionen. Allerdings gibt es keinerlei Inszenierung, nicht einmal die alten Renderfilme werden auf der Definitive Edition mitgeliefert, da die ursprünglichen Quelldateien für eine Überarbeitung nicht mehr zur Verfügung standen, stattdessen liest ein Sprecher die Inszenierungstexte vor und während der Einsätze müssen wir gänzlich auf Dialoge verzichten.

Die KI wurde deutlich verbessert. Wir werden nun stärker und heftiger unter Druck gesetzt, sogar Veteranen werden ordentlich ins Schwitzen kommen. In den Missionen empfiehlt es sich besonders früh anzufangen Soldaten auszubilden, um nicht frühzeitig von der KI überrannt zu werden. Alles in allem kann man allerdings sagen, dass die KI was das angeht einen äußerst guten Job leistet. Schauen wir hingegen auf die Wegfindung sieht das ganze anders aus. Anstatt in Formation bewegen sich die Einheiten im Gänsemarsch und langsamere Einheiten wie etwa Katapulte blockieren gerne mal unsere Infanterie, was zuweilen ziemlich nervig sein kann. Dafür greifen Arbeiter nun automatisch zur Axt, wenn wir in der Nähe von Bäumen ein Ressourcengebäude errichten, was uns in Sachen Micro-Management deutlich entlastet.

Mochten wir:

Mochten wir nicht:

Mit der Definitive Edition bekommen wir eine gelungene Neuauflage eines wahren Klassikers. Die große Frage die sich allerdings stellt ist die, ob auch nicht Fans des Originals Spaß damit haben können, da das Gameplay schon ziemlich eigen und in der heutigen Zeit nicht für jeden RTS Fan ist.Wertung:

7,4 / 10

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