Endlich wieder Metroid!

Alternativ könnt ihr auch die neueste Folge des Pilzgeflüsters zu Metroid Dread auf Spotify und Itunes hören.

Sehnsüchtig habe ich auf den Release von Metroid Dread seit der Ankündigung gewartet, jeder weitere Trailer hat Fans der Reihe nur noch mehr das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Nun ist es endlich soweit, der Metroid Teil mit dem Nintendo die 35 Jahre alte 2D Metroid Reihe zu einem Abschluss bringen will ist erschienen. 

Metroid Dread knüpft an Metroid Fusion aus dem Jahr 2002 an, ihr merkt schon, der Teil liegt schon einige Jahre zurück. Da dies auch dem Entwickler MercurySteam scheinbar aufgefallen ist, gibt es zu Spielbeginn eine kurze Zusammenfassung von Metroid Fusion. Der selbe Entwickler war übrigens schon 2017 für das Remake von Metroid 2 am Werk, von der Metroid Formel dürfte MercurySteam also Ahnung haben, denn Samus Returns war wesentlich besser als das 2010 erschienene Metroid Other M für die Nintendo Wii. Witzigerweise tauchte der Name Metroid Dread bereits 2005 auf einer geleakten Liste auf, damals wohl als Nintendo DS Titel gedacht, welcher eine Fortsetzung zu Metroid Fusion sein sollte. 

Bis zur Ankündigung des Nintendo Switch Titels hatte man allerdings viele Jahre nichts von Metroid Dread gehört. Doch genug der Geschichtsstunde, werfen wir einen genaueren Blick auf Metroid Dread.

Dabei beginnt das Spiel recht typisch für die Metroid Reihe. Samus landet auf dem Planeten ZDR und wird nach einem kurzen Zusammentreffen mit einem Chozo Krieger bewusstlos. Nahezu aller Fähigkeiten beraubt, gilt es nun die Spielwelt zu erforschen. Halt einfach klassisch, Stein auf den Kopf und alle Fähigkeiten sind weg, passiert mir auch täglich doch ich schweife ab. 

Bald darauf machen wir auch schon mit einer der ersten Gameplay Neuerungen Bekanntschaft, den sogenannten E.M.M.I.s. Diese großen Roboter sind darauf programmiert Jagd auf Samus zu machen und nahezu unzerstörbar. Ich habe mich etwas an das SA-X aus Metroid Fusion erinnert gefühlt, immerhin hatten wir damals bereits eine Art Nemesis welche uns verfolgt hat und bis zu einem späteren Zeitpunkt nicht klein zu kriegen war. Allerdings ist das bei den E.M.M.I.s etwas anders. Gleich sieben Stück dieser Biester tummeln sich in den Komplexen, zum Glück sind die E.M.M.I. Zonen deutlich durch eine spezielle Türe markiert, sodass wir nie unerwarteterweise auf so einen Roboter treffen. Jedoch bin ich kein Fan solcher Versteckspiele, im Gegenteil ich finde sie eher lästig. Irgendwann kann man den Robotern auch den Garaus machen und erhält so wieder neue Fähigkeiten für das eigene Arsenal, bis es allerdings so weit ist, stellt euch auf frustrierende Momente ein, denn erwischt ein E.M.M.I. Samus ist der Game Over Screen nicht weit entfernt. Es gibt zwar noch während eines kurzen Quick Time Events 2x die Chance doch noch zu entkommen allerdings ist das oft nicht schaffbar. Zum Glück setzt Metroid Dread die Checkpoints recht Fair, sodass wir nie weiter laufen müssen und meist direkt wieder vor dem Raum stehen in dem wir gestorben sind.

Wo ich schon dabei bin, der Schwierigkeitsgrad ist durchaus knackig, besonders die Bosskämpfe von denen es nicht gerade wenige gibt. Oft treten die Bosse schon nach wenigen Minuten hintereinander auf was bei manch einem kniffligen Gegner durchaus mehr Zeit in Anspruch nehmen könnte. 

Ich war durchaus erstaunt, als ich länger für den Endboss gebraucht habe, und nach dem Abspann erscheint die Meldung „Schwerer Modus ist jetzt verfügbar“. Dabei dachte ich mir nur, „wie das soll jetzt leicht gewesen sein?“ Vielleicht liegt das auch nur am Alter allerdings finde ich den Schwierigkeitsgrad durchaus knackig, besonders da das kontern ein elementarer Bestandteil der Kämpfe sind und das Zeitfenster um den Konter durchzuführen oft recht klein ist. Dies erfordert einige Zeit der Eingewöhnung, vor allem wenn plötzlich neue Gegnertypen auftauchen und man keinen Plan hat wie diese angreifen, da beißt man als Spieler nicht gerade selten ins Gras. Was mich dann doch etwas geärgert hat, während der Bosskämpfe gibt es immer wieder Situationen, in denen ein Konter Pflicht ist, außer durch ein plötzliches aufblitzen beim Boss selber bekommt man als Spieler keinerlei Anzeigen dafür, dass man jetzt ein Knöpfchen drücken muss, besonders im Finale gibt es hier eine Stelle an der man eine Taste gedrückt halten muss, ohne das dem Spieler dies mitgeteilt wird. Wenn man aufgrund dessen dann doch noch stirbt kann das durchaus frustrierend sein.

Was allerdings doch noch lobend erwähnt werden sollte, ist das grandiose Leveldesign. Wenn ich mich zurück an Metroid Fusion erinnere, hat einem die KI des Schiffs, ADAM, immer ein Ziel vorgegeben. „Samus lauf  da hin, Samus sieh dich doch hier mal um und nebenbei was hast du gerade an? Könnte frisch werden dort.“, nun ihr versteht schon worauf ich hinaus möchte. ADAM gibt es diesmal wieder, allerdings ist der gute weit weniger herrisch als noch in Fusion. Wir bekommen immer wieder einige Infos die einem vielleicht als Denkanstoß dienen, aber meist nur etwas zur Story oder prozentural ausgerechnet wie unsere Chancen stehen. Scheint so eine Macke von KIs zu sein aber wurscht, Samus selber spricht, ich glaube, im ganzen Spiel nur einen einzigen Satz. Das ist auch gut so, die Metroid Spiele brauchen keine großartigen Dialoge um zu funktionieren, dies hat schon Other M versucht und ist daran kläglich gescheitert. In Dread dürfen wir uns genug selber zusammenreimen um am Ende eine gut funktionierende Story präsentiert zu bekommen. Einzig die finale Szene lässt mich noch etwas ratlos zurück, aus Spoilergründen möchte ich hierauf allerdings nicht näher eingehen. 

Was macht nun das Leveldesign so toll? Wir erhalten Upgrades am laufenden Band, typisch für Metroidvania Spiele kehren wir in alte Bereiche der Spielwelt mit neuer Ausrüstung zurück, um bis dato nicht passierbare Wege zu öffnen. Das funktioniert in den meisten Fällen recht gut, da wir (bis auf eine einzige Ausnahme!) recht passabel geführt werden, ohne das wir einen penetranten Marker auf der Karte haben. Wären hier nur nicht die Ladezeiten, ein Gebietswechsel kann gut bis zu 35 Sekunden (!) dauern. Hoffentlich besser Nintendo an dieser Stelle per Update noch nach.

Mochten wir:

  • Grandioses Leveldesign
  • Knackiger Schwierigkeitsgrad
  • Faire Checkpoints
  • Passables Metroidvania Feeling
  • Tolle 2,5D Grafik
  • Dichte Atmosphäre

Mochten wir nicht:

  • E.M.M.I.s sind durchaus lästig
  • Ewige Ladezeiten
  • Wiederspielwert eigentlich nicht vorhanden

Ich liebe die Metroid Spiele, ich habe ausschließlich jeden Teil den ich gespielt habe genossen, ja sogar Other M hat mir damals Freude bereitet. Metroid Dread bildet da keine Ausnahme, doch nun stellt sich mir eine Frage. Wäre das Spiel für mich genauso toll, wenn ich noch nie ein Metroid Spiel gespielt hätte? Immerhin gibt es mittlerweile andere Vertreter des Genres, welche sich nicht vor den großen Vorbildern zu verstecken brauchen, beispielsweise Ori and the Blind Forest oder aber Hollow Knight. Da ich diese Perspektive leider nicht habe kann ich nur sagen, dass ich Metroid Dread in vollen Zügen genossen habe. Ja sogar die nervigen E.M.M.I. Passagen hatten mit der Zeit einen gewissen Reiz, waren sie zu Beginn doch eher lästig. Für mich ist Metroid Dread ein definitives Must-have für jeden Nintendo Switch Besitzer!

Wertung:

8,5 / 10

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