Metal Gear Survive hatte von Anfang an mit den Fans der Metal Gear Reihe zu kämpfen, immerhin ist es das erste mal, dass Hideo Kojima nicht an Bord des Projekts ist.

Wie eingangs erwähnt war der Weg für Metal Gear Survive alles andere als geebnet. Man erinnere sich nur an das unschöne Ende der Zusammenarbeit zwischen Konami und Hideo Kojima und mit den angekündigten bezahlbaren Inhalten für Metal Gear Survive hat Konami auch fleißig in der braunen Suppe gerührt. Vorab stellt sich nun die Frage, ob wir es hier wirklich mit einem dermaßen auf Abzocke ausgelegten Titel zu tun haben wie es kommuniziert wird. Um diese Frage zu beantworten möchte ich den Titel gerne etwas näher beleuchten.

Alibi Name

Im Grunde hat Metal Gear Survive relativ wenig mit der Hauptreihe am Hut. Die Geschehnisse spielen zwischen Metal Gear Solid 5: Ground Zeroes und Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain. Auch schlüpfen wir diesmal nicht in die Haut von Snake, sondern wir dürfen uns einen Söldner erstellen, welcher bei einem Angriff auf Snake´s Mother Base ums Leben kommt. Das wäre ja an sich ein recht kurzes Spielvergnügen, doch zum Glück gibt es die geheime Wardenclyffe-Sektion, welche unseren Söldner kurzerhand wiederbelebt, mit dem Auftrag in eine Parallelwelt zu reisen, Informationen zu Sammeln und Überlebende zu retten. An sich keine schlechte Idee, wenn der Plot nicht einfach nur hier wäre um eine Erklärung für das ganze Survival Thema zu finden. Schlussendlich wird die Thematik allerdings ziemlich belanglos, auch die zu beginn noch schicken Zwischensequenzen suchen wir im späteren Spielverlauf vergebens.

Auch wenn in Wahrheit die Story für Metal Gear Survive nicht das wichtige ist, ist es doch schade, dass die Überlebenden allesamt recht uninteressant bleiben, übrigens ebenso wie unser Hauptcharakter. Dafür allerdings sind die Survival Mechaniken recht solide und davon lebt das Spiel schlussendlich auch. Doch mit dem Bedürfnis nach Nahrung und Wasser haben die Entwickler etwas übertrieben. Die beiden Anzeigen bewegen sich nämlich ziemlich schnell Richtung Null, was eine frühe Suche Nach Nahrung unabdinglich macht. Zwar können wir uns auf der Karte markieren wo es Beeren oder Tiere gibt, allerdings respawnen diese nicht, sodass wir gezwungen sind ständig neue Jagdgebiete zu erschließen. Solltet ihr währenddessen allerdings den Löffel abgeben, was in einem Survival Titel nicht selten ist, schlägt euch das Speichersystem ins Gesicht. Wir dürfen nicht manuell speichern, sondern es wird immer ein Speicherpunkt erstellt, wenn wir in die Basis zurückkehren. Kratzen wir also in der Wildnis ab, bleibt uns nur die Möglichkeit zur Basis zurückzukehren und unsere Gesammelten Ressourcen fallen zu lassen, oder aber den letzten Speicherpunkt zu laden. So oder so werden wir am Ende meist wieder in unserer Basis landen.

Metal Gear Baumeister

Wie in den meisten Survival Titeln ist auch in Metal Gear der Basenbau ein elementarer Bestandteil. Allerdings gibt es auch hier einige Mankos, auch wenn das Ausbauen der eigenen Bude durchaus Freude bringt, ist es nach einiger Zeit durchaus lästig, sich durch die Menüs zu navigieren, denn immerhin macht dies einen großen Teil des aus. Auch der Fehlende Maus Support ist hierbei keine große Hilfe. Auf der anderen Seite muss ich anmerken, dass es durchaus positiv ist, wenn ich meine Bewohner mit der Ressourcensuche beauftragen und in meinem unterschlupf Felder bestellen kann, auch wenn letzteres fast wieder zu viel Zeit in Anspruch nimmt.

Neben den Menüs und dem Jagen darf auch die Action nicht zu kurz kommen. In Metal Gear Survive müssen wir uns der Bedrohung durch Zombies stellen, oder wie sie im Spiel heißen die „Wandelnden“. Durch das erledigen dieser feinde erhalten wir wertvolle Kuban-Energie welche als Währung dient. Doch da die Wandelnden meist in einer totalen Überzahl auftreten, und uns mit nur wenigen Treffern das Licht ausknipsen können, empfiehlt es sich sie in feinster Metal Gear Manier heimlich auszuschalten. Doch auch der direkte Kampf mit Pistole, Bogen, Messer etc. funktioniert gut. Besonders dann, wenn man eine Erhöhung oder Zäune zur Verfügung hat, denn durch Solche Elemente lassen sich die Zombies bestens aufhalten.

Ebenfalls mit an Bord ist ein Coop Modus, doch anders als in Survival Titeln gewohnt dürfen wir nicht gemeinsam durch die Welt streifen und unsere Basis erweitern, sondern können lediglich mit unseren Kumpels zusammen Instanzierte Verteidigungsmissionen bestreiten. Meiner Ansicht nach ist dies verschenktes Potential, da besagte Verteidigungsmissionen daraus bestehen, ein Objective möglichst lange vor einer anlaufenden Horde zu verteidigen. Survival mit Freunden stelle ich mir da etwas anders vor, doch immerhin können wir gemeinsam höhere Schwierigkeitsgrade bestreiten, was uns wiederum bessere Belohnungen bringt, auf welche wir dann in unserem Solo Spiel zurückgreifen können. 

Technisch befinde ich mich hier in einer Zwickmühle, Metal Gear Survive verwendet die bereits aus dem Vorgänger bekannte Fox Engine, welche durchaus im Stande wäre uns eine atmosphärische Umgebung zu schaffen. Doch leider bleibt die Welt von Dite (so der Name der Paralellwelt) uninteressant und karg. Höchstens in den Staubstürmen kommt die dichteste Survival Atmosphäre auf, wenn unser Sauerstoffvorrat erschreckend schnell Richtung 0 wandert. Doch das alleine reicht leider nicht für eine stimmige Welt.

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Mochten wir:

Mochten wir nicht:

Metal Gear Survive hat es mir echt nicht leicht gemacht, aber ich müsste lügen würde ich sagen, ich hätte mit dem Spiel keinen Spaß gehabt, im Gegenteil! Doch das größte Manko war für mich die fehlende Möglichkeit mit meinen Freunden gemeinsam in der Welt zu überleben, denn schließlich spielen sich Survival Spiele in einer Gruppe deutlich besser. Solltet ihr hingegen überzeugter Einzelgänger und Hardcore-Survival Fan sein, dann könnt ihr ruhig zugreifen.Wertung:

6 / 10

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